Schwarzmaultilapie in Thailand: Eine Herausforderung für Umwelt und Fischerei
Heute ist der 5.07.2026 und wir blicken auf eine spannende, aber auch herausfordernde Entwicklung in den Gewässern Thailands. Die Schwarzmaultilapie, ein invasiver Fisch, hat in den letzten Jahren für viel Aufregung gesorgt. Ursprünglich aus Westafrika stammend, wurde diese Fischart erstmals 2011 in Thailand gesichtet und hat sich seither in mindestens 19 Provinzen ausgebreitet. Im Kor-Tae Seafood Restaurant in Samut Prakan, wo traditionelle thailändische Gerichte serviert werden, experimentiert der Chef und Besitzer Adisorn Jamsuksaward mit dem nicht einheimischen Fisch. Um die Kunden zum Probieren zu animieren, gibt er die Schwarzmaultilapie sogar kostenlos an Freunde weiter.
Doch die Ausbreitung der Schwarzmaultilapie hat dramatische Auswirkungen auf die lokale Fischerei und die Shrimp-Zucht. Ein Beispiel ist Wallop Khunjaen, ein Fischer, der seine Shrimp-Farm aufgeben musste, nachdem die Schwarzmaultilapie fast alle seiner Millionen Baby-Shrimps gefressen hatte. Es ist ein echtes Dilemma, denn während die Fischer große Mengen dieser invasiven Spezies aus den Gewässern entfernen, glauben Experten, dass eine vollständige Ausrottung nicht mehr möglich ist. Diese Fischart hat sich einfach zu gut an die verschiedenen Wasserbedingungen angepasst und vermehrt sich rasant. Dies stellt nicht nur die Fischer vor Probleme, sondern bedroht auch die Biodiversität in der Region, da die Schwarzmaultilapie Zooplankton frisst, welches entscheidend für die Kontrolle von Algenblüten ist. Wie verheerend das ist, zeigt sich auch in den Rückgängen einheimischer Fischarten.
Ursprung der Invasion
Eine DNA-Analyse von 466 Fischproben aus 20 Standorten in Thailand, durchgeführt von Forschern der Chulalongkorn-Universität, hat ergeben, dass die invasiven Schwarzmaultilapien auf unterschiedliche Weise an mehreren Orten eingeführt wurden. Diese Studie, veröffentlicht in den Aquaculture Reports, identifizierte 19 verschiedene genetische Haplotypen, darunter 13 lokale Varianten. Die Ergebnisse widersprechen der Theorie, dass die Ausbreitung von einer kleinen Gründungspopulation ausgegangen ist. Stattdessen gibt es Hinweise auf menschliches Eingreifen, vor allem durch Aquakultur und den Zierfischhandel. Zu allem Überfluss wurde die Schwarzmaultilapie 2010 ursprünglich für Forschungszwecke nach Thailand importiert, jedoch starben die Fische in der Einrichtung der Agrargruppe CP Foods innerhalb von drei Wochen.
Die thailändischen Behörden haben zwar Kontrollmaßnahmen ergriffen, indem sie beispielsweise Asiatische Meerbarsche als Raubfische freigesetzt und sterile Schwarzmaultilapien entwickelt haben, doch die langfristige Lösung scheint die Koexistenz zu sein. Die Population der Schwarzmaultilapie hat zwar abgenommen, eine vollständige Ausrottung wird jedoch als unwahrscheinlich angesehen. Die Forscher betonen, dass es keine bekannten finanziellen Interessen gibt, die ihre Ergebnisse beeinflusst haben könnten, was besonders wichtig ist, um die Glaubwürdigkeit der Studie zu wahren.
Globale Herausforderungen durch invasive Arten
Schaut man sich die Situation in einem größeren Kontext an, wird deutlich, dass die Problematik invasiver Arten nicht nur Thailand betrifft. Laut der Webseite des Bundesamts für Naturschutz in Deutschland, die sich mit Neobiota beschäftigt, sind invasiven Arten ein wachsendes globales Problem. Die Webseite bietet umfassende Informationen über gebietsfremde Arten, deren Auswirkungen auf die biologische Vielfalt und die Rolle des Klimawandels. Empfehlungen zum Umgang mit diesen Arten und Maßnahmen zur Begrenzung sind notwendig, um die ökologischen Schäden zu minimieren.
Die Schwarzmaultilapie in Thailand ist ein eindrückliches Beispiel dafür, wie der Fischhandel und Aquakultur unbeabsichtigt die Natur schädigen können. Während in Samut Prakan in Restaurants versucht wird, die invasive Art kulinarisch zu nutzen, bleibt die Nachfrage nach diesem Fisch in den Märkten eher gering. Es bleibt zu hoffen, dass innovative Ansätze gefunden werden, um die negativen Auswirkungen dieser invasiven Art auf das Ökosystem und die lokale Wirtschaft zu begrenzen.
