Illegale Hotels in Phuket: Behörden verstärken Kontrollen gegen ausländische Nominee-Aktionäre
In der pulsierenden Urlaubsmetropole Phuket gab es kürzlich eine ernüchternde Entdeckung: Zwei Hotels in Patong wurden ohne die erforderlichen Lizenzen betrieben. Diese Meldung ist nicht nur ein Weckruf für die Hotellerie auf der Insel, sondern auch ein Zeichen für die verschärften Kontrollen durch die Behörden. Am 11. Juli führte Vize-Innenminister Polapee Suwannachawi zusammen mit verschiedenen Beamten eine Inspektion durch, die sich auf Beschwerden über ausländisch besessene Unternehmen und die Nutzung verdächtiger Nominee-Aktionäre konzentrierte. Wie sich herausstellte, fehlten den beiden Hotels nicht nur die Hotel-Lizenzen, sondern auch die notwendigen Baugenehmigungen. Die zuständigen Behörden planen nun, rechtliche Schritte einzuleiten, um diese Missstände zu ahnden. [The Thaiger]
Die Entdeckung ist jedoch nur die Spitze des Eisbergs. Zusätzlich zu den beiden illegal betriebenen Hotels wurde bekannt, dass insgesamt 360 Unternehmen im Visier der Behörden stehen. Diese stehen im Verdacht, ausländische Nominee-Aktionäre zu verwenden – eine Praxis, die es Investoren ermöglicht, mehr Anteile an einem Unternehmen zu halten, als es das thailändische Recht erlaubt. Diese Maßnahmen sind Teil einer umfassenderen Strategie, um die Einhaltung der thailändischen Gesetze zu gewährleisten. Die zuständigen Behörden wurden angehalten, weiterhin Unternehmen in der Region zu inspizieren. Das Ziel: eine saubere, transparente Geschäftsumgebung. Hierbei geht es nicht nur um die Hotellerie, sondern auch um eine Vielzahl anderer Branchen, die möglicherweise in ähnliche Praktiken verstrickt sind.
Die Hintergründe der Inspektionen
Die Inspektionen sind Teil einer landesweiten Initiative, die das Department of Business Development (DBD) ins Leben gerufen hat. Seit 2025 führt Thailand eine umfassende Kampagne gegen unzulässige Unternehmensstrukturen, insbesondere gegen diese Nominee-Strukturen, die oft rechtlich fragwürdig sind. Die Verknüpfung der DBD-Datenbank mit dem Revenue Department ermöglicht es den Behörden, Kapitalflüsse in Echtzeit zu überwachen und mögliche Verstöße schneller zu erkennen. Dies ist nicht nur ein Schritt zur Verbesserung der Transparenz, sondern auch ein Teil der Strategie „Clean-up before liberalization“, die im Hinblick auf den Beitritt zur OECD verfolgt wird. [CBBL Lawyers]
Die Herausforderungen der Insel gehen jedoch über die bloße Einhaltung der Vorschriften hinaus. Ein Polizeiberater hat die thailändische Regierung dazu aufgefordert, Phuket „zurückzusetzen“, um die Netzwerke von Nominee-Aktionären zu bekämpfen. Die Sorge ist groß, dass solche Strukturen nicht nur das lokale Geschäftsmilieu gefährden, sondern auch den globalen Ruf Thailands schädigen könnten. Es ist ein Balanceakt: einerseits ausländische Investoren anziehen und andererseits sicherstellen, dass diese Investitionen den thailändischen Gesetzen entsprechen.
Legale Alternativen für ausländische Investoren
Für ausländische Investoren gibt es jedoch auch legale Alternativen, um sich in Thailand zu engagieren. Initiativen wie das Board of Investment (BOI) ermöglichen es Investoren, 100 % der Unternehmensanteile in geförderten Branchen zu halten. Auch die Ansiedlung in Industriegebieten unter der Industrial Estate Authority of Thailand (IEAT) bietet eine Möglichkeit, rechtlich sicher zu operieren. Die Beantragung einer Foreign Business License (FBL) oder die Gründung echter Joint Ventures mit thailändischen Partnern sind weitere Optionen, um den gesetzlichen Anforderungen gerecht zu werden und gleichzeitig von den Vorteilen des thailändischen Marktes zu profitieren.
