Heute ist der 16.05.2026, und ich sitze hier in Phuket, wo die Sonne am Himmel brennt und die Luft voll mit dem Duft von Street Food und dem Geschrei der Tuk-Tuks ist. Ein Ort, der von Millionen Touristen besucht wird, doch hinter der schönen Fassade liegt eine andere Realität, die vor allem die Tiere betrifft. Besonders die Elefanten, die oft in der Tourismusindustrie eingesetzt werden, stehen im Fokus der Kritik. Das hat auch Tiina Titinen, eine finnische Expatriate und leidenschaftliche Tierschützerin, erkannt. Seit ihrer ersten Reise nach Thailand im Jahr 2002 hat sie viel erlebt und ist mittlerweile zu einer Stimme für ethischen Tourismus geworden.
Tiina lebt in Phuket und engagiert sich aktiv für das Wohl von geretteten Elefanten. Sie hat die Negativauswirkungen des Tourismus auf die Natur und die Tiere hautnah erlebt. Mit über 12 Millionen Touristen, die 2025 Phuket besuchten, wird deutlich, wie wichtig der Tourismus für die lokale Wirtschaft ist. Doch, und das betont Tiina immer wieder, muss der Tourismus auch die Verantwortung übernehmen, die Tiere nicht auszubeuten. Ihre Überzeugung ist klar: Ethik muss im Vordergrund stehen. „Ethischer Tourismus bedeutet, dass niemand zu Schaden kommt“, erklärt sie. Daher organisiert sie Touren, die sich auf nachhaltige Praktiken konzentrieren und Touristen die Möglichkeit geben, sich für lokale Anliegen und NGOs zu engagieren. Ihr Ziel ist es, die Leute zu ermutigen, ihre Reiseerlebnisse mit Bedacht auszuwählen.
Die Realität der Elefanten in der Tourismusindustrie
Die Realität für viele der gefangenen Elefanten in Thailand ist erschreckend, wie die neue Forschung von World Animal Protection zeigt. Laut dieser Studie, die zwischen Februar 2024 und Januar 2025 durchgeführt wurde, leben fast zwei von drei gefangenen Elefanten in schlechten Bedingungen. Unzureichende Ernährung, kurze Anketten und schmutzige Lebensverhältnisse sind nur einige der Probleme, mit denen sie konfrontiert sind. Die Ergebnisse wurden in dem Bericht „Bred to Entertain“ veröffentlicht. Auch wenn der Einsatz von Elefanten für Fahrten zurückgegangen ist, ist die Gesamtzahl der gefangenen Elefanten um mehr als 70% gestiegen. Das bedeutet, dass die Anzahl der für Fahrten verwendeten Elefanten nur um 20% gesunken ist. Ein besorgniserregender Trend!
Tiina ist sich dieser Probleme bewusst und setzt sich vehement gegen das Elefantenreiten ein. Sie hat selbst einmal an solchen Aktivitäten teilgenommen, doch ihr Verständnis für die tierquälerischen Methoden hat sich über die Jahre gewandelt. „Die meisten Elefanten leiden unter den Bedingungen, unter denen sie gehalten werden. Es ist einfach nicht ethisch, sie für Touristen zu reiten“, sagt sie. Selbst die vermeintlich harmlosen Aktivitäten wie das Baden der Elefanten sind oft mit unethischen Praktiken verbunden. Es ist ein schmaler Grat zwischen dem Wunsch, die Tiere zu erleben, und dem Respekt, den sie verdienen.
Ein Lichtblick: Der Elephant Nature Park
Glücklicherweise gibt es Orte, die einen anderen Weg gehen. Der Elephant Nature Park (ENP) beispielsweise bietet keinen Freizeitpark, sondern einen sicheren Lebensraum für Elefanten. Hier können Besucher die majestätischen Tiere aus respektvollem Abstand beobachten, während sie in ihrer natürlichen Umgebung interagieren, spielen und baden. Die Guides erzählen Geschichten über die Elefanten und informieren über deren Herdenstruktur – eine wirklich bereichernde Erfahrung!
Besucher können sogar Futter wie Wassermelonen und Bananen vorbereiten und von einer sicheren Plattform aus an die Elefanten verfüttern. Das ist ein tolles Erlebnis, das gleichzeitig das Wohl der Tiere respektiert. ENP setzt zudem auf Nachhaltigkeit, indem es erneuerbare Energien nutzt und ein vegetarisches Buffet aus lokal angebauten Lebensmitteln anbietet. Wer also nach Thailand reist, sollte unbedingt darauf achten, nur Orte zu besuchen, die das Wohl der Tiere in den Mittelpunkt stellen und auf Elefantenreiten und erzwungene Interaktionen verzichten.
Die Probleme im Umgang mit Elefanten in der Tourismusbranche sind komplex, aber es gibt auch Hoffnung. Immer mehr Organisationen und Reiseunternehmen engagieren sich für tierfreundliche Richtlinien und setzen sich dafür ein, dass Elefanten nicht mehr ausgebeutet werden. Tiina Titinen und viele andere setzen sich leidenschaftlich dafür ein, das Bewusstsein für ethischen Tourismus zu schärfen. Es ist ein langer Weg, aber jeder Schritt zählt.