Die Temperaturen hier in Thailand steigen weiter an, und es ist nicht nur die Sommerhitze, die uns zu schaffen macht. Laut den jüngsten Berichten der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) sind die globalen Durchschnittstemperaturen in diesem Jahr und in den kommenden vier Jahren auf oder nahe Rekordhöhen. Besonders erschreckend: Die elf heißesten Jahre, die jemals aufgezeichnet wurden, fanden alle seit 2015 statt. Ein neues Rekordjahr wird bis 2031 als „wahrscheinlich“ angesehen. Dies betrifft nicht nur uns hier in Thailand, sondern hat weltweite Auswirkungen.
Besonders alarmierend ist die 75-prozentige Wahrscheinlichkeit, dass der Fünfjahresdurchschnitt von 2026 bis 2030 den kritischen Schwellenwert von 1,5 °C über dem vorindustriellen Durchschnitt überschreiten wird. Diese Warnungen kommen in einer Zeit, in der Westeuropa unter einer sogenannten „Hitzekuppel“ leidet, die bereits Temperaturrekorde im Mai in Ländern wie Großbritannien und Frankreich gebrochen hat. Während wir hier in Thailand die tropische Hitze spüren, gibt es weltweit extreme Wetterbedingungen, die mit dem Klimaphänomen El Niño zusammenhängen.
El Niño und seine Folgen
Ein El Niño wird für Ende 2026 vorhergesagt, was die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass 2027 das nächste Rekordjahr wird. Der letzte El Niño trug dazu bei, dass 2023 als das zweitwärmste Jahr in die Geschichtsbücher eingeht und 2024 das wärmste Jahr mit etwa 1,55 °C über dem vorindustriellen Durchschnitt werden könnte. Diese Prognosen sind erschreckend, denn die Lufttemperatur wird in den Jahren 2024 bis 2027 voraussichtlich um 1,3 bis 1,9 Grad über dem vorindustriellen Niveau liegen. Ein weiterer Bericht der WMO zeigt, dass die Wahrscheinlichkeit, dass mindestens eines dieser Jahre die im Pariser Klimaabkommen festgelegte Obergrenze von 1,5 Grad überschreitet, bei 91 Prozent liegt.
El Niño, dieses natürliche Klimaphänomen, beeinflusst die Oberflächentemperaturen im zentralen und östlichen äquatorialen Pazifik. Es hat weitreichende Auswirkungen auf Wind-, Druck- und Niederschlagsmuster weltweit. Das bedeutet, dass wir in Thailand nicht nur mit steigenden Temperaturen rechnen müssen; auch extreme Wetterlagen könnten uns treffen. Während einige Regionen, wie Mittel- und Südamerika, mit starken Regenfällen kämpfen, leiden andere, wie Australien und Teile von Südostasien, unter schwerwiegenden Trockenperioden.
Globale Auswirkungen und Herausforderungen
Die Auswirkungen von El Niño sind bereits spürbar. Im Jahr 2023, das als das heißeste Jahr in der Geschichte gilt, kam es zu extremen Wetterereignissen. In Kalifornien gab es Überschwemmungen, während der Amazonas mit einer Jahrhundertdürre kämpfte. In Australien leiden die Korallenriffe unter massiver Bleiche, und die wirtschaftlichen Folgen sind auch in Deutschland spürbar: höhere Preise und Probleme in den Lieferketten. Hier in Thailand ist die Hitze nicht nur unangenehm, sie könnte auch die Landwirtschaft und den Tourismus beeinträchtigen.
Der Panama-Kanal leidet unter Dürre, was zu Staus von bis zu 200 Schiffen geführt hat. Diese Entwicklungen sind alarmierend und zeigen, wie eng wir alle miteinander verbunden sind. Der Klimawandel verstärkt die Auswirkungen solcher Phänomene und sorgt dafür, dass wir uns auf noch extremere Wetterlagen einstellen müssen. Die Ozeane, die durch steigende Temperaturen zu „Wasserkochern“ werden, könnten zu stärkeren Wirbelstürmen führen, die Küstenstädte weltweit gefährden. Während wir hier auf Samui den Tag genießen, sollten wir die globale Dimension dieser Herausforderungen nicht aus den Augen verlieren.