Heute ist der 10.05.2026 und hier in Chiang Mai spüren wir die Auswirkungen des Klimawandels mehr denn je. In Malaysia, einem Nachbarn, der ebenfalls mit extremen Wetterbedingungen kämpft, hat die Dürre die Landwirtschaft stark beeinträchtigt. Landwirtschaftsminister Mohamad Sabu berichtete kürzlich über die prolongierte Trockenheit, die sich wie ein Schatten über die Reisfelder gelegt hat. Niedrige Niederschläge und geschrumpfte Wasserstände in den Stauseen haben dazu geführt, dass viele Bauern die entscheidenden Pflanzperioden verpasst haben. Das ist kein Spaß, glaubt mir – die Landwirtschaft ist der Lebensnerv der Region.

Insgesamt haben die Landwirte in Malaysia bereits zwei von drei Pflanzphasen für das „nasse Direktaussaat“ von Reis versäumt, was bedeutet, dass die Felder geflutet sein müssen. Diese Methode ist jetzt kaum noch möglich, und die Alternativen sind alles andere als ideal. Die Bauern berichten, dass die Trockenheit und die unerwarteten Niederschläge einige Felder unbrauchbar gemacht haben, und obwohl über 50% der Reisfelder vorbereitet sind, warten die meisten weiterhin auf Regen. Die Regierung versucht, mit verschiedenen Anpassungen und Maßnahmen zur Minderung der Situation zu reagieren, aber die Unsicherheit bleibt groß.

Cloud Seeding als Hoffnungsschimmer?

Ein Lichtblick könnte das angekündigte Cloud Seeding sein, bei dem von Flugzeugen aus Partikel in die Wolken gesprüht werden, um Regen zu erzeugen. Premierminister Anwar Ibrahim hat diese Maßnahmen ins Spiel gebracht, doch die Ergebnisse hängen stark von den atmosphärischen Bedingungen ab. Ein fester Starttermin für diese Operationen steht allerdings noch nicht fest. Was die Landwirte jedoch wirklich brauchen, sind nicht nur kurzfristige Lösungen, sondern eine nachhaltige Unterstützung – wie höhere Reispreise, wie ein kleiner Bauer namens Fitri Amit anmerkte. Die steigenden Kraftstoffpreise, die infolge des Krieges im Iran steigen, machen die Situation für die Landwirte zusätzlich schwierig, selbst wenn Wasser verfügbar wäre.

Interessanterweise sieht die Situation im Iran nicht viel besser aus. Dort kämpft das Land mit der schlimmsten Dürre seit 50 Jahren. Wahnsinnig, oder? Niederschläge sind um 85% unter dem Durchschnitt gefallen. Flüsse und Stauseen trocknen aus, und es gibt konkrete Warnungen, dass Teheran evakuiert werden könnte, wenn bis Dezember kein Regen fällt. Auch im Iran wird Cloud Seeding als mögliche Lösung in Betracht gezogen. Chemikalien wie Silberiodid werden eingesetzt, um die Bildung von Regen oder Schnee zu fördern. Es ist eine Technik, die seit den 1940er Jahren in über 50 Ländern genutzt wird.

Der kritische Blick auf Cloud Seeding

Allerdings gibt es auch Skeptiker. Einige Studien zeigen nur einen bescheidenen Anstieg des Niederschlags von 1-5% durch Cloud Seeding. Die World Meteorological Organization bleibt neutral und weist darauf hin, dass die Methode nur unter bestimmten Bedingungen funktioniert. Experten warnen zudem, dass in trockenen Regionen wie dem Iran oft nicht genügend Wolken vorhanden sind, um signifikante Regenmengen zu erzeugen. Es ist ein teures Unterfangen – in den Vereinigten Arabischen Emiraten kostet Cloud Seeding etwa 8.000 Dollar pro Flugstunde, was immer noch günstiger ist als Wasserentsalzung.

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Im Grunde genommen ist Cloud Seeding eine unterstützende Maßnahme, aber keine langfristige Lösung für die immer drängender werdenden Dürreprobleme. Die Dürre im Iran wird durch den Klimawandel und ein schlechtes Wassermanagement noch verschärft. 90% des Wassers im Iran gehen in die Landwirtschaft, was in Kombination mit der Dürre zu drastisch geringeren Erträgen führt. Es gibt also einen klaren Bedarf an besserem Wassermanagement, um die Probleme langfristig zu lösen.