Heute ist der 1.06.2026 und ich sitze hier in Chiang Mai, umgeben von der tropischen Hitze und dem Duft frisch gebrühten Kaffees. Ein Thema, das uns immer wieder fasziniert und beschäftigt, ist die Herkunft und die Nachhaltigkeit von Kaffee. Vor kurzem hat das Delta Coffee House Experience eine spannende neue Impossible Coffees Edition vorgestellt, die aus Gaitania, Tolima in Kolumbien stammt. Der Kaffee kommt von der Nasa We’sx Indigenen Gemeinschaft, die durch das Projekt YUPPIE (Young Professional People) von jungen Unternehmern unterstützt wird, um die Kaffeeproduktion zu revitalisieren. Ein bemerkenswerter Aspekt ist, dass 10% der Verkaufszahlen an die Gemeinschaft gespendet werden. Das ist nicht nur gut für die Produzenten, sondern auch für die Umwelt, da der Kaffee ein Nachhaltigkeitszertifikat, das Fresh Coffee Clean Ocean (FCCO), trägt und per Segelschiff nach Europa transportiert wird. Ein CO2-Fußabdruck, der um 70-90% geringer ist! Und das Ganze dauert etwa 20 Tage, mit kontrollierten Temperatur- und Belüftungsbedingungen.
Die Reise des Kaffees
Verfügbar ist dieser außergewöhnliche Kaffee in den Delta Coffee House Experience Stores in Lissabon, Porto und Paris, und auch online kann man ihn ergattern. Das Delta Coffee House Experience, 2021 gegründet, bietet ein neues Konzept für Kaffeeerlebnisse und hat mittlerweile fünf Standorte: Lissabon (Avenida da Liberdade, Amoreiras Shopping Center, Prata Riverside Village), Porto (neben Mercado do Bolhão) und Paris (Avenue de l’Opéra). Es ist Teil des Impossible Coffees Projekts, das Geschichten von kleinen Produzenten erzählt. Diese Geschichten sind wichtig – sie machen den Kaffee zu mehr als nur einem Getränk.
Ein weiteres Beispiel aus der Region ist der Colombia Tolima Excelso EP FTO von der Asocanafi Cooperative, die 2011 gegründet wurde. Diese Genossenschaft, die sich in Süd-Tolima befindet, hat 54 Mitglieder und bewirtschaftet eine Fläche von 207 Hektar. Auch hier wird Kaffee mit Respekt für die einheimische Flora angebaut, und die Methoden sind organisch. Die Anbauhöhe liegt zwischen 1600 und 2000 masl, was zu einem interessanten Geschmack führt – der Cup Score beträgt 84.5! Allerdings hat dieser Kaffee auch seine Herausforderungen. Die Erntevarietäten umfassen Caturra, Typica, Castillo, Colombia und Bourbon, und die Verarbeitung erfolgt durch gewaschenes und natürlich sonnengetrocknetes Verfahren. Aber wie oft in der Kaffeeindustrie, gibt es auch Schattenseiten.
Die dunkle Seite der Kaffeeproduktion
Eine nicht zu ignoranierende Realität sind die Arbeitsbedingungen auf Kolumbiens Kaffeeplantagen. Eine NGO hat in einem aktuellen Bericht Missstände aufgedeckt, die man nicht ignorieren kann. Arbeiter wie Hermes Martinez haben keinen Arbeitsvertrag und sind ohne Sozial- oder Krankenversicherung tätig. Die Berichte über lange Arbeitstage sind alarmierend – auf der Finca Los Naranjos beispielsweise von 6:30 Uhr bis Sonnenuntergang. Die Löhne sind erschreckend niedrig, oft weniger als 7 Euro pro Tag, während der monatliche Mindestlohn bei etwa 300 Euro liegt. Ein Großteil der Beschäftigten im Kaffeesektor gehört zum informellen Sektor, was bedeutet, dass sie keinen rechtlichen Schutz genießen. Kolumbien ist der drittgrößte Kaffeeproduzent weltweit, mit 14 Millionen Säcken Rohkaffee im letzten Jahr, von denen 88% exportiert werden. Es ist also ein riesiges Geschäft, aber die Menschen, die es möglich machen, stehen oft im Schatten.
Die Bedingungen auf den untersuchten Plantagen sind einfach erschreckend. Die Unterkünfte sind schlecht, mit dunklen, schmutzigen Räumen und improvisierten Vorhängen aus Kaffeesäcken, die kaum Privatsphäre bieten. Fairtrade hat bereits Mängel anerkannt und plant weitere Untersuchungen. Es wird klar, dass wir als Kaffeetrinker auch eine Verantwortung tragen – für die Menschen, die hinter dem Produkt stehen, und für die Umwelt, die uns diesen Genuss ermöglicht. Wenn wir also unseren nächsten Kaffee genießen, sollten wir uns vielleicht einen Moment Zeit nehmen, um über seine Herkunft nachzudenken.