Am internationalen Flughafen Mumbai kam es kürzlich zu einem skandalösen Vorfall: Ein indischer Passagier wurde mit 29 exotischen Wildtieren in seinem Gepäck erwischt. Die Zollbehörden entdeckten die Tiere, die aus Bangkok geschmuggelt wurden, versteckt in einem Gepäckstück. Zu den beschlagnahmten Arten gehören unter anderem Gibbons, Malenistic Squirrel, Ball Python und Iguanas. Diese Aktion zeigt, wie ernst das Problem des illegalen Wildtierhandels ist und wie hoch die Nachfrage nach exotischen Haustieren in Indien ist. Pawan Sharma von der Resqink Association for Wildlife Welfare (RAWW) machte klar, dass viele dieser Tiere während des Transports sterben, oft durch Schock oder Erstickung, da sie unsachgemäß in Koffern verpackt werden. Somit wird der illegale Handel nicht nur zu einer Gefahr für die Tierarten, sondern auch zu einer menschlichen Tragödie.

Ein Rettungsteam von RAWW wurde in Zusammenarbeit mit dem Wildlife Crime Control Bureau (WCCB) und der Forstbehörde gerufen, um die Tiere zu identifizieren und sicher zu behandeln. Zudem wurden gegen den indischen Täter Bestimmungen des Customs Act von 1962 sowie des Wildlife Protection Act von 1972 angewendet. Die beschlagnahmten Arten sollen gemäß den Richtlinien der DGCA in ihr Ursprungsland zurückgeschickt werden. Besonders alarmierend ist, dass bereits im August des Vorjahres über 70 Wildtiere am Flughafen Mumbai beschlagnahmt wurden, die ebenfalls geschmuggelt wurden. Der Trend zeigt eine besorgniserregende Zunahme solcher Vorfälle.

Der illegale Wildtierhandel in Indien

Die Situation in Indien ist nicht neu. Am 11. Juni 2023 wurden in Dibrugarh, Assam, zwei Männer wegen illegaler Jagd auf Reiher festgenommen. Diese Vögel sind im Schedule IV des Wildlife Protection Act (WLPA) von 1972 gelistet, was sie vor Jagd, Fang und Handel schützt. Zwei Wochen zuvor wurde ein anderer Inder am Flughafen Mumbai festgenommen, der über 50 Reptilien aus Thailand geschmuggelt hatte. Auch viele dieser Arten stehen unter dem Schutz von WLPA und CITES. Die Jagd hat sich in Indien, wo sie traditionell praktiziert wird, zunehmend kommerzialisiert, um die Nachfrage nach Wildtrophäen, Lebensmitteln und exotischen Haustieren zu befriedigen.

Pangoline sind besonders betroffen; ihre Population hat über drei Generationen hinweg um bis zu 90 % abgenommen. TRAFFIC India berichtete, dass zwischen 2009 und 2017 in Indien über 5.700 Pangoline beschlagnahmt wurden. Und das ist nur die Spitze des Eisbergs! Auch der schlanke Loris, verschiedene Reptilien, Makaken und Papageien sind häufige Opfer dieser illegalen Praktiken. Diese Praxis bedroht nicht nur die Biodiversität, sondern erhöht auch das Risiko zoonotischer Übertragungen – also der Übertragung von Krankheiten von Tieren auf Menschen.

Die Rolle internationaler Abkommen und lokaler Gesetze

Indien ist zwar Unterzeichner von CITES und hat nationale Gesetze wie den WLPA, den Forest (Conservation) Act von 1980 und den Environmental (Protection) Act von 1986, doch die Umsetzung lässt oft zu wünschen übrig. Das WLPA wurde 2022 geändert, um es mit den CITES-Vorschriften in Einklang zu bringen. Es gibt jedoch Vorschläge, die rechtlichen Rahmenbedingungen zu stärken, um Wildtierkriminalität klarer zu definieren und zu ahnden. Auch der Indian Customs Act von 1962 könnte klarer definieren, was als „Waren“ gilt, die den Schutz von Tieren gefährden. Es wird empfohlen, den Prevention of Cruelty to Animals Act von 1960 zu ändern, um das Halten von unter WLPA und CITES gelisteten Arten zu verbieten.

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Das Problem ist jedoch nicht nur rechtlicher Natur. Es erfordert auch Veränderungen in den Gemeinschaften, um den illegalen Handel zu bekämpfen. Unterstützung für lokale Gemeinschaften zur Überwachung von Märkten und zur Bereitstellung alternativer Lebensgrundlagen ist entscheidend, um die Nachfrage nach Wildtierprodukten zu reduzieren. Nur so kann ein nachhaltiger Umgang mit den Ressourcen unserer Natur gewährleistet werden.

Ein Blick über die Grenzen zeigt, dass der illegale Wildtierhandel ein globales Phänomen ist. Europa stellt einen lukrativen Markt für Vogelschmuggler dar, insbesondere für exotische Vögel wie Papageien. Die „Operation Thunder“ im November und Dezember 2024 war eine der größten internationalen Aktionen gegen die Tierschmuggel-Mafia und umfasste 138 Länder. Dabei wurden rund 20.000 Wildtiere sichergestellt und mehrere grenzüberschreitende Schmuggelnetzwerke aufgedeckt. Die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Ländern ist entscheidend, um diese kriminellen Strukturen zu zerschlagen.

Die Zahlen sind erschreckend: Schätzungen zufolge beträgt der weltweite Umsatz mit Tierschmuggel jährlich über 14 Milliarden Euro, was ihn fast gleichwertig mit dem Drogen- und Waffenhandel macht. Schmuggelmethoden werden immer raffinierter, und Tierschmuggler nutzen inzwischen Technologien wie Online-Marktplätze und soziale Medien, um mit internationalen Käufern in Kontakt zu treten. Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit, um diese Praktiken zu stoppen und das Bewusstsein für den Schutz unserer Wildtiere zu schärfen.