In den letzten Tagen hat eine unerwartete Entdeckung in Bangkok für Aufregung gesorgt. Bei Renovierungsarbeiten in einem 155 Jahre alten buddhistischen Tempel, dem Wat That Thong, stießen Arbeiter auf ein geheimnisvolles Holzsarg. Am 18. Juli, beim Einsetzen von Jacks im Gebetssaal Limpaporn, entdeckte der Bauarbeiter Jedsada unter dem Boden den Sarg mit einem weiblichen Skelett. Eine schaurige, aber faszinierende Überraschung, die die Gemüter bewegt. Jedsada alarmierte sofort die Tempelbeamten, die wiederum die Polizei informierten, damit die Sache gründlich untersucht werden konnte.

Die Polizei fand schließlich ein stark verwestes weibliches Skelett, das schätzungsweise seit mindestens 50 Jahren dort begraben war. Neben der Leiche wurden interessante Gegenstände entdeckt: ein Edelstahltablett und vier Münzen aus dem Jahr 1957. Forensische Ermittler und Ärzte des Chulalongkorn-Krankenhauses kümmerten sich um die Überprüfung der Überreste und der gefundenen Gegenstände, bevor sie als Beweismittel beschlagnahmt wurden. Die Beamten glauben, dass keine Straftat vorliegt; möglicherweise handelte es sich um eine Spenderin für den Tempelbau, die von ihren Angehörigen in der Nähe des Hauptbuddha-Bildnisses beigesetzt wurde. Die Ermittlungen zur Identität und den Umständen der Beerdigung der Frau laufen weiter, und die Stadt hält den Atem an.

Ein Blick in die Geschichte

Der Wat That Thong ist nicht nur ein Ort des Gebets, sondern auch ein Zeugnis der tief verwurzelten buddhistischen Tradition in Thailand. Der Buddhismus ist hierzulande vor allem von der Theravada-Schule beeinflusst, und erstaunliche 94,6 % der thailändischen Bevölkerung bekennen sich zu dieser Glaubensrichtung. Die buddhistischen Tempel, oder Wats, sind oft prächtig gestaltet, mit hohen, goldenen Chedis, die von weitem ins Auge fallen. Die Architektur dieser Tempel zeigt Parallelen zu anderen südostasiatischen Ländern wie Kambodscha und Laos.

Der Einfluss des Buddhismus in Thailand ist vielschichtig. Er stammt nicht nur aus dem Theravada-Buddhismus, der seinen Ursprung in Nordindien und Sri Lanka hat, sondern auch aus dem Brahmanismus, der während der Sukhothai-Epoche einen starken Einfluss ausübte. Dazu kommen lokale Elemente der Volksreligion, die Geister verehrt. Der Pali-Kanon, die heiligen Schriften des Theravada-Buddhismus, wird in der traditionellen Sakralsprache Pali verfasst und bildet die Grundlage für die Lehre Buddhas.

Religiöse Praktiken und Traditionen

Buddhistische Mönche spielen eine zentrale Rolle in der Bewahrung und Vermittlung dieser Lehren. Oft beginnen sie ihre Laufbahn als Dek wat, Tempelkind, um ab einem Alter von acht Jahren im Tempel zu helfen. Das Noviziat, das in der Regel ein bis zwei Jahre dauert, bringt sie in die strengen Regeln des Patimokkha ein. Interessanterweise ist die Bhikkhuni-Tradition, die Ordination von Nonnen, in Thailand nicht weit verbreitet und stößt auf Widerstand. Stattdessen gibt es die Mae Chi, nicht-ordinierte religiöse Frauen, die strengen Geboten folgen.

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Die Geschichte des Buddhismus in Thailand reicht weit zurück, bis zu König Ashoka im 3. Jahrhundert v. Chr., der als einer der ersten Herrscher den Buddhismus einführte. Seitdem hat sich die Religion in verschiedenen Wellen entwickelt, wobei der Lanka-Theravada-Buddhismus schließlich die Grundlage für die heutige Staatsreligion bildet. Bedeutende Könige wie Ramkhamhaeng und Rama IV. haben den Buddhismus gefördert und die Ausbildung der Mönche vorangetrieben. Die aktuelle Situation ist also nicht nur eine Frage des Glaubens, sondern auch der Geschichte, die uns mit der Entdeckung im Wat That Thong erneut ins Gedächtnis gerufen wird.