Heute ist der 16.06.2026, und während ich hier in Bangkok sitze, denke ich über die jüngsten Entwicklungen in der Energiepolitik Südostasiens nach. Der Iran-Krieg, der uns alle auf die eine oder andere Weise beschäftigt hat, hat auch erheblich Risiken für diese Region aufgezeigt. Eine aktuelle Veröffentlichung der Internationalen Energieagentur (IEA) bezeichnet die Situation als einen „starken Weckruf“ für die Energiesicherheit, und das ist nicht übertrieben. Wenn Südostasien nicht schnell seine Energiequellen diversifiziert, könnten die Kosten bis 2035 auf unglaubliche 245 Milliarden Dollar ansteigen – eine Verdreifachung im Vergleich zu den 80 Milliarden Dollar, die wir 2024 sehen werden.

Die übermäßige Abhängigkeit von Öl und Gas, die durch die Straße von Hormuz transportiert werden, macht die Region besonders anfällig für Schocks. Das hat natürlich auch Auswirkungen auf die Energiekosten und führt zu steigender Inflation. Fatih Birol, der Direktor der IEA, hat betont, dass die Diversifizierung der Energiequellen und -wege jetzt eine zentrale Priorität ist. Man könnte fast sagen, dass Südostasien in einen Zustand der Energie-Triage versetzt wurde – und das ist alles andere als angenehm.

Die Rückkehr zur Kernenergie

Ein weiteres interessantes Thema sind die Pläne für die Kernenergie, die nun wieder auf den Tisch kommen. In Südostasien, wo es noch nie nukleare Energieproduktion gegeben hat, überdenken mehrere Länder ihre zuvor eingestellten Kernkraftpläne. Fast die Hälfte der ASEAN-Länder könnte bis in die 2030er Jahre Kernenergie nutzen. Vietnam und Russland haben bereits eine Partnerschaft zur Entwicklung von Kernkraftwerken geschlossen, und auch Indonesien plant den Bau von zwei kleinen modularen Reaktoren bis 2034. Das ist schon ein gewaltiger Schritt, wenn man bedenkt, dass die Dringlichkeit durch die steigenden Emissionen und die Unsicherheiten in der Energieversorgung durch den Iran-Konflikt nur noch gewachsen ist.

Die Philippinen, die einst ein Kernkraftwerk in den 1970er Jahren errichteten, aber nie in Betrieb nahmen, haben nun eine neue Regulierungsbehörde für die Kernenergie ins Leben gerufen. Ein mutiger Schritt, der zeigt, dass man bereit ist, aus der Vergangenheit zu lernen. Und Laos hat sogar den Import von benzinbetriebenen Fahrzeugen für 2026 verboten, um den Übergang zu Elektrofahrzeugen zu fördern. Das ist ein starkes Signal an den Markt und könnte der Schlüssel zur Reduktion von Ölimporten sein.

Ein Blick auf den Energiemarkt

Und dann gibt es noch den Boom bei Elektrofahrzeugen. Der Absatz hat sich 2025 verdoppelt und etwa eine halbe Million Einheiten erreicht – das ist schon eine Zahl! Ein von fünf verkauften Autos in der Region ist elektrisch. Die IEA empfiehlt, die Gesamtnachfrage nach importierten fossilen Brennstoffen zu reduzieren und die Effizienz der nationalen Netze zu verbessern. Das sind alles Maßnahmen, die sehr dringend nötig sind, wenn man die steigenden Energiekosten und den Druck auf die Verbraucher bedenkt.

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Ein weiterer Punkt, der nicht vergessen werden sollte, ist die Rolle der Datenzentren. Südostasien wird voraussichtlich ein Viertel des globalen Anstiegs der Energienachfrage bis 2035 ausmachen, was vor allem auf die über 2.000 Datenzentren in der Region zurückzuführen ist. Malaysia plant, sich als KI-Computing-Hub zu positionieren, was auch neue Investitionen von großen Technologiefirmen anziehen könnte. Die Energiestrategie muss hier unbedingt mitwachsen!

Geopolitische Implikationen und die Zukunft

Die geopolitischen Implikationen dieser Entwicklungen sind nicht zu unterschätzen. Spencer Dale hat vor zehn Jahren in seinem Aufsatz „New Economics of Oil“ festgestellt, dass sich die Ölströme in Richtung Asien bewegen. Heute ist Asien nicht nur der größte Importeur, sondern auch der größte Produzent von Energie. Das hat natürlich Auswirkungen auf die klimapolitischen Agenden und den Handel in der Region. Formate wie BRICS+ zeigen, wie sehr die politischen und wirtschaftlichen Verflechtungen zunehmen. Wenn man bedenkt, dass der innerasiatische Handel bis 2030 voraussichtlich 40 Prozent des globalen Handels ausmachen wird, ist das ein starkes Zeichen.

Klimafolgen und die sozioökonomischen Bedürfnisse treiben die Energiewende in Asien voran. Japan und Südkorea haben bereits Partnerschaften mit Südostasien und Australien zum Ausbau sauberer Energien aufgebaut. Während Deutschland und die EU sich anpassen müssen, um in diesem Spiel nicht den Anschluss zu verlieren, bleibt die Frage, wie sich die Energieversorgung in der Region weiterentwickeln wird. Die Herausforderungen sind groß, nicht zuletzt durch die geopolitischen Spannungen, die durch den Iran-Konflikt verstärkt wurden. Man kann nur gespannt sein, wie sich alles entwickeln wird!