Am Dienstag, den 16. Mai 2026, wurde die Stadt Ghubaysh in Südsudan von einem verheerenden Drohnenangriff heimgesucht. Ein überfüllter Markt wurde zum Schauplatz des Grauens, als plötzlich 28 Menschen ihr Leben verloren und weitere 23 verletzt wurden. Die paramilitärischen Rapid Support Forces (RSF) kontrollieren das Gebiet um Westkordofan, wo dieser Angriff stattfand. Zeugen berichteten von einem Chaos, das sich im Hauptmarkt entfaltete, als eine Drohne ein Restaurant traf. Ein weiterer Zeuge sprach von einem zweistufigen Angriff, bei dem zunächst ein RSF-Fahrzeug getroffen wurde, gefolgt von dem verheerenden Schlag auf das Restaurant. Die Verletzten wurden umgehend in das örtliche Krankenhaus gebracht, während sich die Tragödie in der Stadt ausbreitete.
Der Konflikt zwischen der RSF und dem sudanesischen Militär, der nun bereits seit April 2023 andauert, hat das ganze Land verwüstet. Laut den Vereinten Nationen sind zwischen Januar und April 2026 mindestens 880 Zivilisten durch Drohnenangriffe getötet worden, was mehr als 80 Prozent aller konfliktbedingten zivilen Todesfälle ausmacht. Die Organisation Emergency Lawyers hat den Angriff verurteilt und auf die verheerenden Folgen für die Zivilbevölkerung hingewiesen, die auf diesen Markt für Lebensmittel und Grundversorgung angewiesen ist. Während das Militär jegliche Verantwortung für den Angriff zurückweist und betont, nur militärische Ziele anzugreifen, wird die RSF für ihre „systematische“ Kampagne gegen Zivilisten und zivile Infrastruktur kritisiert. Der Drohnenkrieg wird zunehmend zum Merkmal dieses Konflikts, und die internationale Gemeinschaft sieht sich mit der dringenden Notwendigkeit konfrontiert, zu intervenieren.
Ein Blick auf die Hintergründe
Der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Volker Türk, hat die zunehmende Nutzung bewaffneter Drohnen im Konflikt zwischen den sudanesischen Streitkräften (SAF) und der RSF scharf verurteilt. Er betont, dass diese Angriffe die Hauptursache für zivile Todesfälle im Konflikt geworden sind. Das alles geschieht in einer Zeit, in der der Regenzeit naht und normalerweise eine Atempause in den Bodenoperationen bringen würde. Aber diese ruhigen Phasen scheinen nicht mehr zu existieren. Die Gewalt nimmt zu, während die Konfliktparteien versuchen, die Kontrolle über strategisch wichtige Gebiete zu erlangen.
Die Region Kordofan, die sowohl über wertvolle Ölvorkommen als auch über fruchtbares Ackerland verfügt, ist besonders betroffen. Hier sind die Kämpfe zwischen den beiden rivalisierenden Kräften am intensivsten. Die RSF hat seit Monaten ihre Kontrolle in diese Region ausgeweitet, und die Berichterstattung über die Situation ist alarmierend. Drohnenangriffe auf zivile Ziele, einschließlich Märkten und Gesundheitseinrichtungen, sind in den letzten Monaten deutlich gestiegen – allein in den ersten vier Monaten dieses Jahres wurden mindestens 28 Angriffe auf Märkte registriert.
Die humanitäre Krise verschärft sich
Der Sudan steht vor einer der schlimmsten humanitären Krisen weltweit. Fast 20 Millionen Menschen erleben akute Ernährungsunsicherheit – eine Situation, die sich nur verschlimmern kann, wenn die Kämpfe anhält. Die IPC warnt, dass 14 Gebiete in Darfur und Südkordofan vom Hungertod bedroht sind. Die Kämpfe haben dazu geführt, dass mehr als 11 Millionen Menschen aus ihren Häusern fliehen mussten. Schätzungen zufolge wurden seit Beginn des Krieges bis zu 250.000 Menschen getötet, während sich die Zahl der Vertriebenen auf bis zu 14 Millionen beläuft. Zudem sind Frauen und Mädchen besonders stark von den Folgen der Gewalt betroffen. Die Berichte über sexualisierte Gewalt und Kinderehen nehmen zu, was die ohnehin angespannte humanitäre Lage weiter verschärft.
Die Situation ist so verzweifelt, dass Hilfsorganisationen und Menschenrechtsorganisationen Alarm schlagen. Es gab wiederholte Versuche der internationalen Gemeinschaft, den Konflikt zu vermitteln, aber diese sind bisher gescheitert. Die USA und die EU haben Sanktionen gegen die Konfliktparteien verhängt, doch die Auswirkungen auf die politischen Machtverhältnisse im Sudan bleiben fraglich. Die Menschen in diesem kriegsgeplagten Land haben in diesen dunklen Zeiten nichts als den Wunsch nach Frieden und Sicherheit.
Und so bleibt die Lage im Sudan, insbesondere in Kordofan und den angrenzenden Regionen, eine der größten Herausforderungen für die internationale Gemeinschaft. Die Stimmen der Zivilbevölkerung, die unter dem Konflikt leiden, müssen endlich Gehör finden.