Am 4. Juli kam es am Suvarnabhumi International Airport zu einem skandalösen Vorfall, der die Reisewelt in Thailand erschütterte. Ein thailändischer Mann, der als Reiseveranstalter tätig war, wurde festgenommen, nachdem er von 150 Reisenden, die für eine Pilgerreise nach Saudi-Arabien bezahlt hatten, betrogen worden war. Die Reisenden hatten sich auf eine 10-nächtige, 11-tägige Reise gefreut, die vom 3. bis 13. Juli stattfinden sollte. Jeder von ihnen zahlte angeblich 25.000 Baht, was insgesamt zu einem geschätzten Schaden von über 4 Millionen Baht führte. Nach ihrer Ankunft am Flughafen erfuhren sie jedoch von der Airline, dass keine Flugbuchung vorgenommen worden war. Ein Schock für alle Betroffenen!

Madhasueran Mamu, 49 Jahre alt, der die Reise organisiert hatte, wartete am Gate 8 im Abflugterminal, als die Polizei ihn in Gewahrsam nahm. Die Reisenden, die sich dort versammelt hatten, suchten Hilfe bei der Touristenpolizei, nachdem sie realisierten, dass die Reise nicht wie versprochen organisiert wurde. Er hatte die Tour über ein nicht registriertes Reiseunternehmen organisiert, was ihn in ernsthafte rechtliche Schwierigkeiten brachte. Madhasueran gestand während der Befragung, dass er aufgrund von Liquiditätsproblemen nicht in der Lage war, die Reise durchzuführen. Er wurde wegen des Betriebs eines Tourismusunternehmens ohne Lizenz angeklagt, was mit bis zu zwei Jahren Gefängnis und einer Geldstrafe von bis zu 500.000 Baht bestraft werden kann. Die Polizei gab zudem an, dass das Pilgerpaket zu einem Preis angeboten wurde, der unter den tatsächlichen Kosten lag. Dies ist nicht das erste Mal, dass illegale Reiseanbieter in Thailand in die Schlagzeilen geraten. In ähnlichen Nachrichten reichten Vertreter von 10 Reisebüros eine Beschwerde beim Central Investigation Bureau ein, nachdem sie in den Kauf von gefälschten Reisepaketen nach Japan im Wert von 14 Millionen Baht gelockt wurden. Bisher wurden über 400 Opfer dieses Betrugs gemeldet. Mehr dazu hier.

Die Umrah-Reise und ihre Folgen

In der gleichen Zeit kehrten 71 Pilger am Sonntag nach Narathiwat zurück, nachdem ihre Umrah-Reise ebenfalls nicht stattfand. Der Gouverneur von Narathiwat, Boonchuay Homyamyen, forderte alle Betroffenen auf, sich bei der Polizei zu melden. Die Pilger hatten bei der illegalen Reiseagentur Dee Al Armin oder Dee Armin für ihre Umrah-Reise bezahlt und waren am Freitag am Suvarnabhumi Flughafen gestrandet, als sie erfuhren, dass die Reise betrügerisch war. Diese Agentur hatte behauptet, der niedrige Preis sei durch Spenden möglich, was sich nun als trügerisch herausstellte. Insgesamt 148 Reisende aus Pattani und Yala waren betroffen, und sie hatten alle 25.000 Baht gezahlt, obwohl der tatsächliche Preis für die Reise etwa 45.000 Baht betrug. Die D Salaam Travel & Tours, die die Reise organisieren sollte, gab an, dass sie nie eine Zahlung von Dee Al Armin erhalten hatten und rechtliche Schritte gegen diese einleiten wollen. Hier gibt es mehr Informationen.

Die Schattenseite des Tourismus

Doch was steckt hinter diesen Betrugsfällen? Thailands Tourismusindustrie wird zunehmend von illegalen Reiseveranstaltern bedroht, die sich als Direktvertriebs- und Multi-Level-Marketing-Unternehmen tarnen. Jaturon Phakdeewanit, Generaldirektor des zuständigen Ministeriums, berichtete von über hundert Verdachtsfällen, die durch den Einsatz von Nominees und aggressive Preisdumping-Strategien gekennzeichnet sind. Im Vergleich zu 13.000 lizenzierten Reiseunternehmen in Thailand ist die Zahl der Verdachtsfälle zwar gering, aber sie verursachen erheblichen Schaden. Ein Großteil der Einnahmen dieser illegalen Geschäfte fließt ins Ausland, was der lokalen Wirtschaft schadet. Die Tourismusbehörde hat bereits gegen 40 Unternehmen Maßnahmen ergriffen, darunter die Entziehung der Lizenzen von zehn Firmen. Diese illegalen Anbieter nutzen ausländische Reiseleiter und aggressive Preisdumpingstrategien, um Touristen zu gewinnen. Adith Chairattananon, ehrenamtlicher Generalsekretär des Verbandes der thailändischen Reisebüros, betont, dass solche Praktiken lizenzierten Reiseveranstaltern schaden und die angestrebten Tourismuseinnahmen von 3,5 Billionen Baht gefährden. Lesen Sie hier weiter.