In Thailand, wo die Sonne oft gnadenlos brennt und die Straßen vom geschäftigen Treiben geprägt sind, hat sich eine bemerkenswerte Geschichte zugetragen. Mariyam Tadein, eine Frau, die vor nicht allzu langer Zeit noch mit der Todesstrafe konfrontiert war, hat in den letzten Jahren eine unglaubliche Wandlung durchgemacht. Im Alter von nur 21 Jahren wurde sie zum Tode verurteilt, nachdem die Polizei über eine halbe Million „yaba“-Tabletten in ihrer Wohnung in Südthailand gefunden hatte. Drogenhandel, das ist in Thailand ein ernstes Vergehen, und die Strafen sind nicht ohne. Mariyam verbrachte 20 Jahre, fünf Monate und 15 Tage hinter Gittern und lebte in ständiger Angst, als Nächste hingerichtet zu werden, besonders nach der Exekution eines Mitgefangenen. Schrecklich, oder?
In der Gefängniszeit trug sie zwei Jahre lang ein Schild mit der Aufschrift „Death Penalty“, das mit jedem Tag schwerer zu ertragen schien. Doch durch einen speziellen Trainingskurs zur Vorbereitung auf die Todesstrafe akzeptierte sie schließlich ihr Schicksal. Es sind bewegende Geschichten wie diese, die den Kontext der Drogenproblematik in Thailand beleuchten, wo die Regierung seit den 1970er-Jahren harte Maßnahmen gegen Drogen ergreift. Trotz dieser Anstrengungen bleibt das Drogenproblem bestehen und hat sich in einigen Bereichen eher verschärft. Laut einem Bericht wurden allein im Jahr 2022 über 500 Millionen Yaba-Tabletten sichergestellt – ein Rekordwert! (Quelle)
Wandel und Hoffnung
Wie das Schicksal es wollte, wurde Mariyam nach einer großen Flut in ein anderes Gefängnis verlegt, wo sie schließlich die Nachricht erhielt, dass ihr eine königliche Begnadigung gewährt wurde. Zusammen mit acht anderen Nigerianern feierte sie dies mit einem Kuchen – ein kleiner Lichtblick in einer dunklen Zeit. Ihre Freilassung im Alter von 52 Jahren war wie ein Zweitgeburtstag, denn sie hatte so lange geglaubt, den Rest ihres Lebens im Gefängnis verbringen zu müssen. Die Vorstellung, wieder in Freiheit zu sein, musste überwältigend sein.
Während ihrer Haft lernte sie das Nähen und fand darin einen Sinn. Ihre Lebensumstände verbesserten sich, als sie Privilegien im Gefängnis erlangte, wie späteres Duschen. Doch die schwierigsten Zeiten waren die, in denen ihre Familie aufhörte, sie zu besuchen, und ihr Ehemann eine neue Frau heiratete. Das muss wie ein Schlag ins Gesicht gewesen sein. Aber Mariyam kämpfte sich durch. Sie konzentrierte sich auf ihre Arbeit und die Muster des Stoffes, um negative Gedanken zu vermeiden. Komischerweise half ihr das Nähen von Leichensäcken während des Tsunamis 2004, sich von ihrem eigenen Leben abzulenken. Ein schmerzhafter, aber auch merkwürdiger Weg zur Selbstfindung.
Ein neuer Anfang
Nach ihrer Entlassung wurde Mariyam von einem Besitzer eines Nähgeschäfts, der zuvor mit Gefangenen gearbeitet hatte, ein Job angeboten. Heute, im Alter von 56 Jahren, lebt sie mit ihren Kindern und ihrem wiedervereinigten Ehemann. Es scheint, als hätte sie aus den Trümmern ihrer Vergangenheit eine neue Existenz aufgebaut. Die Unterstützung durch Programme zur beruflichen Ausbildung, wie sie beispielsweise vom UN-Büro für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) bereitgestellt werden, spielt eine entscheidende Rolle bei der Reintegration von ehemaligen Insassen. Diese Programme vermitteln praktische Fähigkeiten und bieten eine Chance auf ein besseres Leben. (Quelle)
Allerdings ist die Situation in Thailand nicht einfach. Die Drogenproblematik bleibt ein drängendes Thema, das die Gesellschaft weiterhin stark belastet. Thailand befindet sich geografisch im „Goldenen Dreieck“, einer Region, die bekannt ist für ihre Drogenproduktion. Die Nachfrage nach Drogen, insbesondere unter Jugendlichen und Arbeitern, ist hoch und die staatlichen Maßnahmen sind oft hart und repressiv. Doch die Balance zu finden zwischen der Bekämpfung des Drogenproblems und dem Schutz von Menschenrechten bleibt eine Herausforderung. Es ist ein komplexes Thema, das Zeit und Geduld erfordert.