Thailand führt strenge Maßnahmen zur Herkunftsnachweis bei Barzahlungen ein
Thailand, ein Land voller Kontraste, sieht sich aktuell mit einer neuen Initiative der thailändischen Zentralbank konfrontiert. Diese plant, Personen, die 5 Millionen Baht (das sind etwa 150.000 USD) oder mehr in bar einzahlen, zur Herkunftsnachweis der Gelder zu verpflichten. Das Ganze soll im vierten Quartal 2026 in Kraft treten und ist Teil einer umfassenderen Strategie, die auch die Tether (USDT) Transaktionen unter eine gemeinsame Prüfung mit den Wertpapieraufsichtsbehörden stellt. Der Gouverneur der Bank of Thailand (BOT), Vitai Ratanakorn, beschreibt diese Maßnahmen als einen Schlag gegen die graue Wirtschaft des Landes.
Ein ganz schön heftiger Schritt, wenn man bedenkt, dass etwa 40% der USDT-Verkäufer auf lokalen Plattformen Ausländer sind, die nach Meinung der Behörden nicht in Thailand tätig sein sollten. Die BOT arbeitet eng mit der Wertpapier- und Börsenaufsichtsbehörde (SEC) zusammen, um ungewöhnlich hohe Handelsvolumina von USDT zu überprüfen. Es wurden bereits Transaktionen identifiziert, die darauf hindeuten könnten, dass hier versucht wird, Offenlegungen zu umgehen oder Gelder außerhalb der üblichen Finanzkanäle zu bewegen. Ein echtes Aufeinandertreffen von Tradition und Moderne, wenn man so will.
Strengere Kontrollen und deren Auswirkungen
Die neuen Einzahlungsregeln ergänzen bereits bestehende Kontrollen für große Abhebungen, die seit April 2023 gelten. Es ist interessant zu beobachten, dass der Wert großer Bargeldabhebungen seit der Einführung dieser Kontrollen um 35% gesunken ist. Das lässt darauf schließen, dass die Maßnahmen durchaus Wirkung zeigen. Die BOT überlegt auch, den rechtlichen Rahmen zu überprüfen, bevor die Einzahlungsanforderungen endgültig eingeführt werden.
Außerdem denkt man über Maßnahmen für den Austausch von Banknoten mit hohem Wert nach – hier könnte es ebenfalls notwendig werden, den Grund der Transaktion zu erklären. Zudem hat die BOT die Aufsicht über den Goldhandel verschärft, um dessen Einfluss auf den Baht zu begrenzen und verdächtige Aktivitäten zu erkennen. Gouverneur Vitai betont, dass diese Maßnahmen keine kurzfristigen Lösungen sind. Es handelt sich um kontinuierliche Strategien, die langfristig angelegt sind.
Ein Blick auf internationale Standards
In diesem Kontext ist es wichtig zu erwähnen, dass auch die AMLA (Anti-Money Laundering Authority) in ähnlicher Weise tätig ist. Sie führt laufende und abgeschlossene Regulierungsvorhaben durch und bezieht den Privatsektor aktiv in diese Prozesse mit ein. Öffentliche Konsultationen werden durchgeführt, um Fakten und Standpunkte zu sammeln. Diese Konsultationen sind nicht nur schriftlich über die AMLA-Website und die EU-Umfrageplattform möglich, sondern finden auch in Form von öffentlichen Anhörungen statt. Dort können Finanzinstitute, Unternehmen, zivilgesellschaftliche Organisationen und Wissenschaftler ihre Meinungen äußern und Fragen an AMLA-Experten richten.
Das Ganze zeigt auf, dass die Regulierung von Finanztransaktionen, sei es nun in Thailand oder international, ein komplexes und fortlaufendes Unterfangen ist. Es bleibt spannend zu beobachten, wie sich die Entwicklungen in Thailand weiter gestalten werden und ob diese Maßnahmen tatsächlich die graue Wirtschaft eindämmen können. Das Thema ist brandaktuell und wird sicherlich auch in Zukunft für Gesprächsstoff sorgen.
