Heute ist der 22.07.2026, und während ich hier auf Samui sitze, die Wellen sanft ans Ufer plätschern, denke ich über die aktuelle Lage der thailändischen Bankenbranche nach. Diese hat im zweiten Quartal und im ersten Halbjahr 2026 nahezu kein Wachstum beim Nettogewinn verzeichnet. Geopolitische Spannungen und eine schwache Binnenwirtschaft führen dazu, dass die Banken unter Druck stehen. Insgesamt meldeten 11 Banken an der Stock Exchange of Thailand (SET) und deren Tochtergesellschaften im zweiten Quartal einen kombinierten Nettogewinn von 66,3 Milliarden Baht, was nur einen minimalen Anstieg von 0,02% im Vergleich zum Vorjahr bedeutet. Auch im ersten Halbjahr betrug der Nettogewinn der Branche insgesamt 135 Milliarden Baht, was einem marginalen Anstieg von 0,09% entspricht. Das stagnierende Gewinnwachstum spiegelt die wirtschaftlichen Herausforderungen wider, die aus der schwachen wirtschaftlichen Expansion Thailands und dem anhaltenden Konflikt im Nahen Osten resultieren, wie unter anderem im Bericht der Bangkok Post festgehalten wird.

Besonders betroffen sind die Bangkok Bank (BBL) und SCB X, die Holdinggesellschaft der Siam Commercial Bank. Beide Banken berichten von zweistelligen Rückgängen beim Nettogewinn. BBL meldete im zweiten Quartal einen Nettogewinn von 9,49 Milliarden Baht – das sind 19,8% weniger als im Vorjahr. Für die ersten sechs Monate fiel der Nettogewinn auf 20,5 Milliarden Baht, was einem Rückgang von 16,2% entspricht. SCB X erlebte im zweiten Quartal einen Nettogewinn von 11,1 Milliarden Baht, ein Minus von 13,1% im Jahresvergleich, und für das erste Halbjahr sank der Nettogewinn um 15,7% auf 21,3 Milliarden Baht. Der Rückgang bei SCB X wurde durch sinkende Nettozinseinnahmen nach mehreren Zinssenkungen verursacht, was sich auch auf das Kreditwachstum auswirkt – sowohl im Gen 1-Geschäft als auch im Konsumentenkreditgeschäft der Gen 2-Tochtergesellschaften.

Wirtschaftliche Unsicherheiten und Herausforderungen

Die Krungthai Bank (KTB) hat ebenfalls festgestellt, dass die thailändische Wirtschaft im ersten Halbjahr durch den Krieg im Nahen Osten negativ beeinflusst wurde. Für 2026 wird das Wachstum der thailändischen Wirtschaft unter ihrem Potenzial erwartet. Diese Aussichten sind durch Unsicherheiten im Zusammenhang mit dem Konflikt belastet, und Schäden an der Öl-Infrastruktur sowie Störungen in den globalen Lieferketten werden als ernsthafte Herausforderungen betrachtet. KTB warnt, dass die schrittweise Weitergabe höherer Produktionskosten zu breiteren Preiserhöhungen führen könnte, was sowohl die Lebenshaltungskosten als auch die Produktionskosten hoch hält.

Ein weiterer Punkt, den die KTB hervorhebt, sind die strukturellen Herausforderungen der thailändischen Wirtschaft. Hohe Haushaltsverschuldungen – rund 90 % des BIP – schränken den Konsum der Haushalte ein. Vor allem kleine und mittlere Unternehmen haben Schwierigkeiten, sich an die steigende wirtschaftliche Volatilität anzupassen. Während die Lebenshaltungskosten steigen, wird der Konsum weiter gedämpft. Die Tourismuszahlen, die 2025 auf etwa 33 Millionen Ankünfte geschätzt werden, zeigen einen Rückgang von 7 %. Trotzdem wird bis 2026 eine vollständige Erholung im Tourismussektor erwartet.

Langfristige Perspektiven und Ausblick

Die Prognosen für das BIP-Wachstum in Thailand sind ebenfalls kritisch. Für 2025 wird ein Wachstum von 2,4 % und für 2026 zwischen 1,5 % und 2,0 % erwartet. Thailand verliert an Dynamik im ASEAN-Vergleich, was die wirtschaftliche Lage zusätzlich belastet. Externe Faktoren wie Handels- und geopolitische Spannungen sowie eine schwächere globale Nachfrage sind nicht zu unterschätzen. Gleichzeitig gibt es jedoch Hoffnung auf eine moderate Beschleunigung durch staatliche Investitionen und Infrastrukturprojekte.

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Insgesamt bleibt die Situation angespannt, und es bleibt abzuwarten, wie sich die thailändische Wirtschaft unter diesen Bedingungen entwickeln wird. Die Unsicherheiten, die sowohl aus geopolitischen Konflikten als auch aus internen wirtschaftlichen Herausforderungen resultieren, machen einen klaren Ausblick schwierig. Die vollständige Erholung des Tourismussektors könnte jedoch einen Lichtblick bieten, während die Banken weiterhin mit stagnierenden Gewinnen kämpfen müssen. Die Zukunft bleibt ungewiss, aber die thailändische Wirtschaft hat in der Vergangenheit bewiesen, dass sie resiliente Wege finden kann, um sich anzupassen und zu wachsen.