Prinzessin Bajrakitiyabha: Ein Leben für Frauenrechte und soziale Gerechtigkeit
Am 11. Juni 2026 verstarb in Thailand ihre Königliche Hoheit Prinzessin Bajrakitiyabha Narendiradebyavati. Die Nachricht von ihrem Tod führte zu landesweiter Trauer und bewegte die Herzen vieler Menschen, die ihren Einsatz für soziale Veränderungen und öffentliche Dienste kannten. Diese bemerkenswerte Frau war nicht nur eine Prinzessin, sondern auch eine leidenschaftliche Verfechterin der Rechte der Benachteiligten. Ihr Erbe wird in den Herzen der Menschen weiterleben, denn sie nutzte ihre juristischen Kenntnisse und ihr tiefes Mitgefühl, um besonders benachteiligten Gruppen zu helfen. Die Inspiration für ihr Engagement fand sie in den royalen Pflichten ihres Großvaters, König Bhumibol Adulyadej.
Wie der Artikel auf Asianews berichtet, gründete sie am 31. Oktober 2006 das Kamlangjai-Projekt, das sich speziell für schwangere Frauen im Gefängnis und deren Kinder einsetzte. Ihre Philosophie kombinierte Gerechtigkeit mit Mitgefühl, um eine sichere und nachhaltige Gesellschaft zu fördern. Dieses Engagement führte zur Entwicklung der Bangkok Rules, die internationale Standards für die Behandlung von Frauen im Gefängnis festlegten. Besonders beeindruckend war ihr persönlicher Einsatz, da sie eine Anfangsspende von 300.000 Baht aus ihren eigenen Mitteln zur Verfügung stellte, um das Projekt ins Leben zu rufen.
Ein Leben für die Frauenrechte
Die Prinzessin, geboren am 7. Dezember 1978 als Tochter von König Maha Vajiralongkorn und Prinzessin Soamsawali, hatte sich bereits früh in ihrer Karriere dem Thema Frauenschutz verschrieben. Nach ihrem Studium der Rechtswissenschaften an der Thammasat-Universität, wo sie auch einen Masterabschluss erwarb, setzte sie ihre akademische Laufbahn an der Cornell University fort. Dort promovierte sie 2005 mit einem Fokus auf die Rechte der Angeklagten. Ihr Engagement endete nicht im akademischen Raum: Sie war auch als Staatsanwältin und später als Generalstaatsanwältin in Udon Thani tätig. Ihre internationale Erfahrung sammelte sie unter anderem an der thailändischen Mission bei den Vereinten Nationen in New York und als Botschafterin in Österreich.
Die Herausforderungen, mit denen Frauen im Gefängnis konfrontiert sind, waren für sie von besonderem Interesse. Sie setzte sich nicht nur national, sondern auch international für die Rechte von Frauen ein. So initiierte sie das Projekt „Enhancing Lives of Female Inmates” (ELFI) im Jahr 2008, das zur Verabschiedung der UN-Regeln für die Behandlung von Frauen in Gefängnissen beitrug. Ihre unermüdliche Arbeit wurde von vielen, einschließlich Premierminister Anutin Charnvirakul, gewürdigt, der sie als „Stolz Thailands“ bezeichnete und auf ihr moralisches Vermächtnis hinwies.
Ein Erbe der Mitmenschlichkeit
Ihr tragischer Rückzug aus dem öffentlichen Leben begann am 14. Dezember 2022, als sie einen Herzinfarkt erlitt, verursacht durch eine schwere bakterielle Infektion. Über drei Jahre lang lag sie im Koma, und ihre gesundheitliche Situation blieb bis zu ihrem Tod am 11. Juni 2026 in Chulalongkorn Hospital weitgehend im Dunkeln. In den letzten Monaten ihres Lebens kämpfte sie gegen mehrere Infektionen, die sich auf ihre vitalen Organe ausbreiteten.
Nach ihrem Tod versammelten sich viele Trauernde vor dem Krankenhaus, um ihrer zu gedenken. Ihr Leichnam wird im Grand Palace in Bangkok aufgebahrt, und das königliche Begräbnis wird mit höchsten Ehren und im Einklang mit den Traditionen der Monarchie durchgeführt. Ihr Vermächtnis wird in Thailand und darüber hinaus weiterleben, besonders in den Bemühungen um die Rechte von Frauen und das Wohlergehen der Schwächsten in der Gesellschaft.
Die Herausforderungen für Frauen in Thailand sind nach wie vor groß. Laut der Internationalen Föderation für Menschenrechte (FIDH) gibt es erhebliche Missstände im Gefängnissystem, insbesondere in Bezug auf weibliche Gefangene. Die CEDAW hat Besorgnis über die Überfüllung der Gefängnisse und die unzureichende medizinische Versorgung geäußert, insbesondere für schwangere Frauen und Mütter. Es bleibt zu hoffen, dass das Erbe von Prinzessin Bajrakitiyabha, das sich durch ihr unermüdliches Engagement für Frauenrechte und soziale Gerechtigkeit auszeichnet, auch in Zukunft als Inspiration für Veränderungen in Thailand dienen wird. Weitere Informationen dazu finden Sie im Bericht der FIDH hier.
