Heute ist der 14.05.2026 und wir werfen einen Blick auf die jüngsten Entwicklungen in Thailand, die sich insbesondere auf beliebte Touristeninseln wie Koh Phangan und Phuket konzentrieren. Ab Mai 2026 hat das Department of Business Development eine umfassende Inspektion von über 11.426 juristischen Personen in touristischen Gebieten gestartet. Ein zentrales Anliegen dieser Initiative ist der Verdacht, dass thailändische Nominees zur Umgehung von Geschäfts- und Eigentumsgesetzen verwendet werden.

Insbesondere Gruppen mit israelischen und chinesischen Staatsangehörigen stehen im Fokus, die sich in strategischen Gebieten etabliert haben. Dabei wurden mehrschichtige Holdinggesellschaften entdeckt, die den Anschein erwecken, dass thailändische Aktionäre die erforderlichen 51% Anteile halten. In Wahrheit jedoch üben ausländische Staatsangehörige die Kontrolle aus. Besonders verdächtig sind Frontunternehmen wie unlizenzierte Sprachschulen und Kinderbetreuungseinrichtungen, die mit illegalen ausländischen Arbeitskräften arbeiten, sowie Lifestyle-Unternehmen, die als Deckmantel für den Erwerb von Grundstücken für Luxusvillen dienen. Auch religiöse und Lebensmittelzentren, darunter Chabad Houses und Nischenrestaurants, die vor allem fremde Gemeinschaften bedienen, stehen unter Verdacht.

Die Operation gegen die Mafia-Gruppen

Der Premierminister hat kürzlich die Besetzung des nationalen Waldgebiets rund um Freedom Beach in Phuket inspiziert. Berichten zufolge wird dieser Bereich seit über 20 Jahren von einflussreichen Personen kontrolliert, die sich wie ein Mafia-Netzwerk verhalten. Diese Gruppe erhebt Eintrittsgebühren von Touristen und hat Staatsland für den Bau von Villen besetzt, die an Ausländer vermietet werden. Bisher wurden 23 rechtliche Fälle eingereicht, die 63 Rai Land betreffen. Ein Schlüsselakteur in diesem Drama ist eine Person namens „Sia Lek“. Bei den Durchsuchungen von 14 Zielorten wurden 37 Grundbuchurkunden sichergestellt, die etwa 51 Rai abdecken und einen geschätzten Wert von über 150 Millionen Baht haben.

Die Royal Thai Police hat zudem das Einwanderungsbüro angewiesen, die Kontrollen für Ausländer, die ungewöhnlich lange in Thailand bleiben, zu verstärken. Ziel ist es, innerhalb von drei Monaten Ergebnisse zu zeigen. Statistiken zeigen, dass chinesische Staatsangehörige die größte Gruppe der derzeit festgehaltenen Personen ausmachen, gefolgt von Staatsangehörigen aus Myanmar und Kambodscha. Diese intensiven Maßnahmen sind Teil einer breiteren Strategie, um gegen Geschäftsverbrechen vorzugehen, die sich auf die Verwendung von Nominee-Strukturen konzentrieren.

Ermittlungen und rechtliche Konsequenzen

Die thailändischen Behörden haben ihre Bemühungen zur Bekämpfung von Geschäftsverbrechen verstärkt. Von September 2024 bis Mai 2025 wurden 861 Fälle von Nominee-Geschäften bearbeitet, die wirtschaftliche Schäden von über 15,3 Milliarden Baht (rund 450 Millionen USD) verursachten. In touristischen Gebieten, insbesondere in Phuket, wurden 231 Festnahmen vorgenommen, darunter 98 Ausländer, hauptsächlich aus Russland. Zudem wurden Vermögenswerte im Wert von über 1,5 Milliarden Baht beschlagnahmt.

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Ein bedeutendes Gerichtsurteil vom 11. September 2024 verhängte gegen 23 Angeklagte, die in Nominee-Vereinbarungen in Phuket verwickelt waren, eine Haftstrafe von 10 Jahren, die später auf 5 Jahre verkürzt und für 2 Jahre ausgesetzt wurde, verbunden mit Geldstrafen. Das thailändische Oberste Gericht verfolgt einen „Substanz-über-Form“-Ansatz, der die realen wirtschaftlichen Verbindungen über die formale Beteiligung an Aktien stellt. Die Folgen für thailändische Staatsangehörige, die als Nominees agieren, sind schwerwiegend und reichen von strafrechtlicher Verfolgung über Vermögensbeschlagnahmung bis hin zu Reputationsschäden.

Die vorgesehenen Änderungen im Anti-Geldwäsche-Gesetz werden Nominee-Vereinbarungen als Straftaten einstufen, was erweiterte Durchsetzungsbefugnisse ermöglicht. Auch professionelle Dienstleister, die bei der Einrichtung solcher Strukturen helfen, müssen mit strafrechtlichen Anklagen und einem Reputationsverlust rechnen. Legitimate Alternativen für ausländische Investoren sind die Beantragung von Foreign Business Licenses, BOI-Förderungen sowie die Bildung echter Joint Ventures mit thailändischen Partnern.

Die laufenden Maßnahmen gegen Nominee-Strukturen passen in den globalen Trend zur Bekämpfung illegaler Finanzströme, wie von der Financial Action Task Force (FATF) gefordert. Es bleibt abzuwarten, wie sich diese Entwicklungen auf das Geschäftsumfeld in Thailand auswirken werden und ob es den Behörden gelingt, die Integrität des Marktes zu schützen.