Nirat Pongsitthaworn präsentiert Vision für Phuket als Weltklasse-Touristenziel
Heute ist der 20.06.2026 und ich sitze hier in Phuket, um über ein spannendes Ereignis zu berichten. Am 17. Juni hat Nirat Pongsitthaworn, der ehemalige Gouverneur von Phuket, seine Vision präsentiert, wie die Insel zu einem „Weltklasse-Touristenziel“ werden kann. Der Vortrag fand im Metropole Hotel Phuket statt und zog etwa 100 Teilnehmer an, darunter auch den neu ernannten Vize-Gouverneur Romdon Hayi Awae und Vertreter verschiedener Regierungsbehörden. Es fühlt sich fast surreal an, dass Nirat einen Tag vor diesem Vortrag von seiner Position entfernt wurde – eine Entscheidung, die von Premierminister Anutin Charnvirakul getroffen wurde. Er wird nun als stellvertretender ständiger Sekretär im Innenministerium in Bangkok tätig sein, bleibt jedoch bis zur offiziellen Bekanntgabe im Royal Gazette in seiner aktuellen Position.
Die Veranstaltung war Teil des Fiscal Year 2026 Trainingsprogramms für hochrangige Regierungsbeamte in Südthailand. Nirat verglich die Tourismusverwaltung von Chiang Mai mit der von Phuket und betonte, wie wichtig effektives Stadtmanagement für den Erfolg ist. Er identifizierte vier Schlüsselfaktoren, die für die Entwicklung eines Weltklasse-Reiseziels entscheidend sind: Attraktivität, bequeme Transportmöglichkeiten, Sicherheit und Zuverlässigkeit sowie nachhaltiges Wachstum. Besonders bemerkenswert war seine Anmerkung zur Erholung Chiang Mais nach der COVID-19-Pandemie. Diese wurde als Modell hervorgehoben, das auf Vertrauensbildung und Zusammenarbeit zwischen öffentlichen und privaten Sektoren beruht.
Herausforderungen in Phuket
Naturgemäß stehen auch in Phuket einige Herausforderungen im Raum. Illegaler Geschäftsverkehr, Kriminalität, die Besetzung von Naturräumen und Korruption sind Themen, die Nirat offen ansprach. Um diese Probleme anzugehen, schlug er das „Phuket-Modell“ vor, das auf guter Regierungsführung, Transparenz und integrierter Zusammenarbeit zwischen den Behörden basiert. Dabei ist es wichtig, auch die Prinzipien von Umwelt, Sozialem und Unternehmensführung (ESG) in die Tourismusentwicklung einzubeziehen.
Nach der Präsentation hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, an einer Online-Briefing-Sitzung zum geplanten Landbrückenprojekt zwischen Chumphon und Ranong teilzunehmen. Hier wurde der Hintergrund des Projekts, dessen strategische Bedeutung und die Infrastrukturpläne besprochen. Die wirtschaftlichen Vorteile und aktuellen Herausforderungen wurden ebenfalls thematisiert. Ein praktischer Austausch fand in Form von Arbeitsgruppen statt, unter der Leitung des ehemaligen Gouverneurs von Chumphon, Pinai Anantapong.
Praktische Einblicke in den Tourismus
Am 18. Juni setzte sich das Programm mit Besuchen an der Prince of Songkla University Phuket Campus und der Phuket Provincial Administrative Organisation (PPAO) fort. Hier lernten die Teilnehmer über datengestützte Entscheidungsfindung und das Phuket Health Sandbox Project 2026. Dieses Projekt zielt darauf ab, Phuket als „Smart Health City“ zu etablieren, indem Technologien integriert werden, um den Fokus von der Behandlung auf die Prävention zu verlagern und den Zugang zu medizinischen Dienstleistungen zu verbessern.
Am 19. Juni ging es schließlich in die Altstadt von Phuket, wo die Delegation mehr über gemeinschaftsorientierten Tourismus und den Erhalt des kulturellen Erbes erfahren konnte. Diese Exkursion sollte das Verständnis für öffentliche Verwaltung und Stadtentwicklung vertiefen und aufzeigen, wie solche Ansätze landesweit umgesetzt werden können. Komischerweise hat Nirat in seiner Präsentation jedoch keine Ratschläge zum Thema endemische Korruption unter Beamten gegeben, was in dieser Diskussion vielleicht einen Platz verdient hätte.
Nachhaltigkeit im Tourismus
Ein weiterer interessanter Aspekt im Zusammenhang mit nachhaltigem Tourismus findet sich in Deutschland, wo ein überarbeiteter Praxisleitfaden für nachhaltige Tourismusdestinationen erstellt wird. Ziel ist es, die Nachhaltigkeit im Deutschlandtourismus zu stärken, was in der heutigen Zeit immer wichtiger wird. Der Leitfaden wird an aktuelle nationale und internationale Entwicklungen angepasst und soll praxistaugliche, datenbasierte Kriterien enthalten. In diesem Zusammenhang wird auch die Sichtbarmachung guter Praxisbeispiele aus verschiedenen Regionen gefördert. Diese Initiativen sind Teil eines größeren Projekts, das vom Deutschen Tourismusverband e.V. geleitet wird, und sollen dazu beitragen, umweltbewusstes Handeln zu unterstützen und Anreize für Destinationen zu schaffen. Ein ähnlicher Ansatz könnte vielleicht auch für Phuket von Bedeutung sein, um den Herausforderungen im Tourismus effektiv zu begegnen.
