Heute ist der 28.04.2026 und die Geschäftswelt in Pattaya sieht sich einem grundlegenden Wandel gegenüber. Thailand hat mit der DBD-Anordnung Nr. 1/2569 und einem am 29. April unterzeichneten Mehragenten- Durchsetzungsabkommen die Spielregeln für ausländische Investoren drastisch verschärft. Diese Maßnahmen markieren einen entscheidenden Wendepunkt, weg von einer bisher eher toleranten Haltung hin zu einer koordinierten Durchsetzung von Vorschriften, die insbesondere die sogenannten Nominee-Strukturen betreffen. Diese Strukturen, die oft genutzt wurden, um gesetzliche Beschränkungen zu umgehen, stehen nun im Fokus der Behörden.
Die DBD-Anordnung verlangt von Unternehmen, dass sie bei der Registrierung oder Änderung formelle Erklärungen abgeben. Diese Erklärungen müssen bestätigen, dass alle Gesellschafter echte Investoren sind, das Stammkapital vollständig eingezahlt wurde und keine Nominee-Vereinbarungen bestehen. Ein großer Teil der Besorgnis unter den ausländischen Investoren in Pattaya beruht darauf, dass diese Strukturen nun rechtliche Risiken mit sich bringen, da deren Verwendung in der Vergangenheit in einer rechtlichen Grauzone lag. Zudem haben viele Investoren, insbesondere langjährige Einwohner und Geschäftsleute, begonnen, dringend rechtlichen Rat einzuholen, um die Sicherheit ihrer Eigentumstrukturen zu klären.
Strengere Überprüfungen und neue Anforderungen
Die endgültige Anordnung Nr. 1/2569, die am 1. April 2026 in Kraft trat, hat die Vorgehensweise zur Prüfung von Nominee-Vereinbarungen verschärft. Persönliches Erscheinen ist nicht mehr erforderlich, was im Gegensatz zum ursprünglichen Entwurf steht, der dies vorsah. Stattdessen genügt ein schriftliches Investmentbestätigungsschreiben, das von dem geschäftsführenden Partner oder Direktor unterzeichnet werden muss. Dieses Schreiben muss bestätigen, dass alle Gesellschafter tatsächlich investiert haben und dass keine Nominee-Vereinbarungen bestehen. Falsche Angaben in diesem Schreiben können strafrechtliche und zivilrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen.
Zusätzlich müssen Unternehmen ab dem 1. Januar 2026 bei der Gründung einen dreimonatigen Bankauszug vorlegen. Diese Maßnahme soll verhindern, dass Unternehmen versuchen, die Anforderungen durch nachträgliche Änderungen zu umgehen. Die Überprüfung wird durch die Verknüpfung der DBD-Datenbank mit dem Revenue Department unterstützt, um Kapitalflüsse in Echtzeit zu überwachen.
Herausforderungen und Alternativen für Investoren
Die neuen Regelungen werfen jedoch auch Fragen auf. Viele ausländische Investoren sehen sich mit einem begrenzten Angebot rechtlicher Alternativen konfrontiert, was zu einer strukturellen Ungleichheit führen könnte. In den letzten Jahren hat Thailand eine Kampagne gegen unzulässige Unternehmensstrukturen, insbesondere Nominee-Strukturen, gestartet. Dabei werden zehntausende Unternehmen landesweit überprüft, wobei die Behörden digitale Überwachungssysteme und Vor-Ort-Kontrollen einsetzen, um unzulässige Strukturen aufzudecken.
Es gibt jedoch legale Alternativen für ausländische Investoren, wie die Beantragung einer Foreign Business License (FBL) oder die Nutzung von BOI-Förderungen, die es ermöglichen, 100 % Unternehmensanteile in geförderten Branchen zu halten. Diese Optionen sind entscheidend, um in einem sich wandelnden rechtlichen Umfeld wettbewerbsfähig zu bleiben. Unternehmen mit gemischten thailändisch-ausländischen Strukturen sollten ihre Dokumente und Eigentumsverhältnisse frühzeitig überprüfen, um rechtliche Komplikationen zu vermeiden.
Insgesamt wird klar, dass Thailand sich als transparenter Investitionsstandort positionieren möchte, insbesondere im Hinblick auf eine mögliche Mitgliedschaft in der OECD. Die Herausforderungen, vor denen ausländische Investoren stehen, sind ebenso vielfältig wie die Chancen, die sich durch rechtmäßige und transparente Unternehmensstrukturen ergeben. Um langfristigen Erfolg zu sichern, sollten Investoren auf legale und transparente Beteiligungsstrukturen setzen.
Für weiterführende Informationen zu diesen Themen können die jeweiligen Quellen konsultiert werden: Pattaya Mail, AIM Bangkok, sowie CBBL Lawyers.