Pattaya, Thailand, steht vor einem gewaltigen Umbruch. Mit dem Start eines umfassenden Milliarden-Projekts zur Bekämpfung chronischer Überschwemmungen soll endlich eine Lösung für das jahrzehntelange Problem gefunden werden. Der neue Masterplan zielt darauf ab, das Entwässerungssystem der Stadt grundlegend zu erneuern. Tausende von Haushalten hoffen auf ein Ende der regelmäßigen Fluten, die Pattaya bei starkem Regen plagen. Laut der Wochenblitz ist der Gesamtumfang des Projekts auf etwa 26 Milliarden Baht geschätzt, wobei mehr als 144.000 Haushalte direkt von den Verbesserungen profitieren sollen.
Die Stadtverwaltung hat das Entwässerungssystem in drei große Zonen unterteilt: das Zentrum von Pattaya, Na Kluea und Huai Yai. Die Umsetzung des Projekts erfolgt in drei Phasen – dringend, mittelfristig und langfristig. Die erste Phase hat dabei höchste Priorität und ein angepasstes Budget von 2,75 Milliarden Baht (zuvor waren 5,3 Milliarden Baht geplant). Die Bauarbeiten für diese Phase sollen 2027 beginnen und das Projekt bis 2030 abgeschlossen sein. Pattaya selbst übernimmt zehn Prozent der Kosten, während das Department of Public Works die dringenden Arbeiten ausführt.
Ein historischer Schritt
Der Hochwasserschutzplan der Stadt entwickelt sich zu einem umfassenden Entwässerungsprojekt, das bereits am 6. Februar 2018 vom Kabinett genehmigt wurde. Das Innenministerium sowie weitere Behörden wurden beauftragt, Hochwasser-, Entwässerungs- und Abwassersystemprobleme anzugehen. Der Masterplan, der für eine Fläche von 226,47 Quadratkilometern gilt, wurde vom Department of Public Works and Town & Country Planning erstellt. Dies ist ein entscheidender Schritt, um die nachhaltige Reduzierung der Überschwemmungsprobleme in städtischen und angrenzenden Gebieten zu erreichen.
Ein Unterausschuss genehmigte 2021 die erste Phase des Entwässerungsplans als dringendes Infrastrukturprojekt. In mehreren Abstimmungsrunden zwischen der Stadt Pattaya, dem Office of National Water Resources, dem Budgetbüro und dem Department of Public Works wurden die Details besprochen. Angesichts der Investitionsvolumina von über einer Milliarde Baht ist die finale Genehmigung durch das Kabinett notwendig. Eine Delegation aus Pattaya hat sich bereits mit dem Premierminister getroffen, um die aktuellen Projektinformationen vorzustellen und wartet auf die Genehmigung der Regierung.
Nachhaltigkeit im Fokus
Die Herausforderungen, die Pattaya mit seinen Überschwemmungen konfrontiert, sind nicht nur lokal zu betrachten. Sie spiegeln die globalen Probleme wider, die durch den Klimawandel und extreme Wetterereignisse verursacht werden. Die Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall (DWA) hat in diesem Kontext die Bedeutung einer modernen Siedlungsentwässerung hervorgehoben. Diese betrachtet Abwasser nicht nur als Abfall, sondern als Ressource und integriert urbanes Regenwassermanagement, das auf Versickerung, Verdunstung und Rückhaltung setzt. Der Hauptausschuss „Siedlungsentwässerung und urbanes Regenwassermanagement“ wird sich künftig mit der Integration von Wasseraspekten in die Stadtplanung beschäftigen und Strategien zur Bewältigung von Extremwetterereignissen entwickeln.
Mit dem Pattaya-Entwässerungsprojekt wird ein wichtiger Schritt in Richtung einer klimaangepassten Stadt unternommen. Die Stadt hat die Möglichkeit, als Vorreiter in der Region zu agieren und zeigt, dass durch effektive Planung und Zusammenarbeit mit nationalen Behörden nachhaltige Lösungen gefunden werden können. Angesichts der drängenden Probleme, die viele urbane Gebiete weltweit betreffen, könnte Pattayas Ansatz eine Blaupause für andere Städte sein, die mit ähnlichen Herausforderungen kämpfen.