Mordfall in Pattaya: Eltern fordern Todesstrafe für mutmaßlichen Täter
Heute ist der 30.06.2026 und die Wellen des Entsetzens schlagen hoch in Pattaya. Hier wurde vor wenigen Tagen das 17-jährige thailändische Mädchen Thanchanok tot in einem Koffer gefunden. Der Fall hat nicht nur die lokale Gemeinschaft erschüttert, sondern auch internationale Aufmerksamkeit erregt. Ihre Familie, schwer getroffen von diesem schrecklichen Verlust, fordert die Todesstrafe für Simon Peter Carman, einen australischen Mann, der wegen Mordes angeklagt ist. Die Anklagepunkte gegen Carman sind schwerwiegend: Mord, das Verbergen, Bewegen oder Zerstören einer Leiche und die Entführung eines Minderjährigen zu sexuellen Zwecken. Ein schwerer Vorwurf, der in solch einem sensiblen Kontext nach Gerechtigkeit schreit.
Carman wurde am letzten Samstag am Suvarnabhumi Flughafen festgenommen, was einen gewissen Schimmer von Hoffnung für die Familie bringt. Doch die Trauer sitzt tief. Thongchai Donhomla, der Vater von Thanchanok, hat seine Betroffenheit über den Verlust seiner Tochter zum Ausdruck gebracht. Seine Worte, durchzogen von Schmerz, lassen erahnen, wie sehr der Verlust wie ein dunkler Schatten über der Familie hängt. Auch die Stiefmutter, Oradee Bussarakum, hat sich lautstark zu Wort gemeldet und die Hinrichtung von Carman gefordert. “Es ist einfach unerträglich”, könnte man meinen, wenn man sich in ihre Lage versetzt.
Die letzten Schritte
Besonders aufschlussreich sind die CCTV-Aufnahmen, die zeigen, wie Carman mit Thanchanok in ein Condominium ging. Später verließ er das Gebäude allein mit einem Koffer – ein Bild, das einem das Blut in den Adern gefrieren lässt. Kurz vor seiner Überstellung zum Pattaya Provincial Court äußerte Carman: „Ich fühle mich schlecht wegen dem, was mit Ihrer Tochter passiert ist. Es war außerhalb meiner Kontrolle.“ Merkwürdig, diese Worte – sie scheinen die Verantwortung in einem Nebel von Ausreden zu verlieren. Die Polizei hat bisher noch kein Datum für den Gerichtstermin bekannt gegeben, was die Ungewissheit für die Angehörigen nur weiter verstärkt.
Wie die Bundesregierung in ihrer Antwort auf eine Kleine Anfrage zur Menschenrechtslage in Thailand verdeutlicht, herrscht eine gewisse Besorgnis über die Beendigung des de-facto-Moratoriums gegen die Todesstrafe. Seit der letzten Hinrichtung im Juni 2018 gab es keine weiteren, und die thailändische Regierung plant sogar, die Zahl der mit der Todesstrafe bedrohten Delikte zu verringern, um letztlich auf eine Abschaffung hinzuarbeiten. Eine komplexe Situation, die durch den aktuellen Fall von Thanchanok nur noch brisanter wird.
Ein gespaltenes Land
Thailand hat eine zwiespältige Beziehung zur Todesstrafe. Aktuell können für 65 Delikte, darunter Mord und Entführung, die Todesstrafe verhängt werden. König Rama X. hat in den letzten Jahren viele Todesurteile in lebenslange Freiheitsstrafen umgewandelt, was zeigt, dass sich die Gesellschaft in einem Wandel befindet. Doch die strenge Anwendung des Majestätsbeleidigungsgesetzes und die Verfolgung von Oppositionellen werfen Fragen über die Menschenrechtslage im Land auf. Die letzten Berichte über gewaltsame Übergriffe auf politisch aktive Personen sind alarmierend und werden von der Bundesregierung regelmäßig angesprochen.
Es bleibt abzuwarten, wie sich der Fall von Thanchanok entwickeln wird. Die traurige Realität ist, dass solche Tragödien nicht nur die Betroffenen, sondern auch die Gesellschaft als Ganzes erschüttern. In einem Land, das sich zwischen Tradition und Modernität bewegt, wird der Ausgang dieses Prozesses nicht nur für die Familie von Thanchanok, sondern auch für die gesellschaftlichen Werte und die Rechtsprechung in Thailand von Bedeutung sein.
