Meinungsfreiheit in Gefahr: Die Bedrohung der Buchkultur in Hongkong
Heute ist der 16.07.2026 und während ich hier in Pattaya sitze, erreicht mich die Nachricht über die jüngsten Ereignisse in Hongkong. Fünf Buchhändler wurden von der nationalen Sicherheitsbehörde festgenommen. Die Regierung kündigte die Festnahmen in einer Erklärung an, und es ist nicht zu übersehen, dass die unabhängige Buchhandelsbranche in Hongkong unter dem Druck des nationalen Sicherheitsgesetzes, das 2020 von Peking eingeführt wurde, zunehmend leidet. Viele dieser Buchhandlungen, die einst ein breites Spektrum an politischen und sozialen Titeln anboten, haben ihre Türen geschlossen oder stehen am Rand des Ruins. Wo ist der Platz für Meinungsvielfalt in einem Land, das sich so sehr verändert hat?
Die Polizei hatte einen Hinweis von der Zollbehörde erhalten, dass eine „Charge von Büchern mit seditionärer Absicht“ aus dem Ausland nach Hongkong verschifft wurde. Ziemlich alarmierend, oder? Zwei Geschäfte in Mong Kok wurden durchsucht und die Festgenommenen, zwei Männer und drei Frauen, stehen im Verdacht, Publikationen verkauft zu haben, die Hass gegen die Regierung schüren. Die betroffenen Buchhandlungen sind als „Have a Nice Stay“ und „Greenfield Bookstore“ bekannt. Letztere hat bereits angekündigt, am 30. August zu schließen, und zwar aufgrund finanzieller Verluste und einer „schlüpfrigen roten Linie“ bei problematischen Büchern. Das ist einfach traurig. Die Kultur und das Wissen, das in diesen Buchhandlungen blühen könnte, wird einfach erstickt.
Die Verhaftungen und ihre Auswirkungen
In einem anderen Fall wurde Leticia Wong Man-huen, eine Journalistin und Buchhändlerin, am 24. Juni von der Hongkonger National Security Police verhaftet. Wong, die auch die Hunter Bookstore betreibt, wird verdächtigt, seditives Material verkauft und Gelder von ausländischen politischen Organisationen empfangen zu haben. Der Aufruf des Committee to Protect Journalists (CPJ) zur sofortigen Freilassung von Wong zeigt, wie ernst die Lage ist. In der Tat hat ihr Fall die Zahl der in Hongkong inhaftierten Journalisten auf 51 erhöht. Das alles geschieht just vor dem sechsten Jahrestag des nationalen Sicherheitsgesetzes – ein düsteres Zeichen für die Meinungsfreiheit in der Region.
Inzwischen gibt es Berichte über die Beschlagnahme von Publikationen, die Hass gegen die Hongkonger Regierung und Justiz schüren, einschließlich des Buches „The Troublemaker“, einer Biografie über Jimmy Lai, der im Februar 2026 zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt wurde. Wong, die auch Chefredakteurin des Magazins Status Quo ist, hat in der Vergangenheit Artikel über die Gesellschaft und Kultur in Hongkong verfasst. Ihr Engagement für die Pressefreiheit ist unbestreitbar, aber die ständige Bedrohung durch die Behörden ist ein schwerer Schatten über ihrer Arbeit.
Ein Blick auf die Geschichte
Die Wurzeln der aktuellen Situation reichen tief zurück. In den frühen 1970er Jahren war Hongkong ein Zufluchtsort für viele, die vor der Kulturrevolution in China flohen. Doch seit 2019 haben über 200.000 Hongkonger ihre Heimat verlassen, um dem repressiven politischen Klima zu entkommen. Hongkong, das 1997 an China zurückgegeben wurde, hat sich von einem Ort der Hoffnung zu einem No-Go-Territorium für Kritiker entwickelt. Die Kommunistische Partei Chinas zeigt kein Interesse daran, die Demokratisierung fortzusetzen, und die Einführung des nationalen Sicherheitsgesetzes hat die politischen Proteste stark eingeschränkt.
Das alles hat dazu geführt, dass viele zivilgesellschaftliche Organisationen und Oppositionsparteien entweder sich aufgelöst haben oder unter immensem Druck stehen. Die Pressefreiheit ist stark eingeschränkt, und Hongkong rangiert im World Press Freedom Index 2025 auf Platz 140. Es ist erschreckend zu sehen, wie die akademische Freiheit an Universitäten schwindet und ideologischer Druck in Schulen zunimmt. Die internationale Gemeinschaft, so scheint es, sieht weitgehend tatenlos zu, während die Freiheiten in Hongkong erodieren. Ein trauriger Zustand, der zum Nachdenken anregt.
Inmitten all dieser Ereignisse bleibt die Frage: Was wird aus der Literatur und dem freien Denken in Hongkong? Die Buchhandlungen, einst bastionen der Zivilgesellschaft, stehen unter Druck, und die Stimmen derjenigen, die für Meinungsfreiheit kämpfen, werden immer leiser. Es bleibt zu hoffen, dass diese Entwicklungen nicht das endgültige Ende der literarischen und politischen Vielfalt in dieser besonderen Region bedeuten.
