Thailand verstärkt Maßnahmen gegen Nominee-Strukturen für ausländische Investoren
Thailand – ein Land voller Möglichkeiten, aber auch voller Herausforderungen für ausländische Investoren. Seit August 2026 plant das Department of Business Development (DBD) eine umfassende Überprüfung von Unternehmen, die verdächtigt werden, thailändische Nominees zu nutzen. Das DBD verstärkt die Inspektionen besonders in 16 Risikoprovince, wo der ausländische Anteil an Unternehmensanteilen oft nahe der gesetzlichen Obergrenze von 40% liegt. Diese Provinzen sind unter anderem Chonburi, Phuket und Bangkok, wo das Geschäft floriert und die Nachfrage nach Auslandsinvestitionen hoch ist. Laut einem Artikel von Nation Thailand sind fast 120.000 Unternehmen betroffen, die einer genaueren Prüfung unterzogen werden müssen.
Poonpong Naiyanapakorn, der Generaldirektor des DBD, erläutert, dass die neuen Maßnahmen darauf abzielen, die finanziellen Spuren von Investitionen zu überprüfen. Ab August wird es für thailändische Aktionäre und Unternehmensdirektoren Pflicht, Bankauszüge vorzulegen. Dies soll helfen, die Echtheit von Investitionen zu bestätigen und sicherzustellen, dass kein Missbrauch mit Nominee-Strukturen betrieben wird. Der Fokus liegt dabei nicht nur auf den Unternehmen in den 16 Zielprovinzen, sondern auch auf den anderen Regionen, in denen ähnliche Risiken bestehen.
Die Problematik der Nominee-Strukturen
Die sogenannten Nominee-Strukturen sind ein heißes Eisen in Thailand. Dabei handelt es sich um Konstruktionen, bei denen thailändische Staatsbürger Anteile für ausländische Investoren halten, um gesetzliche Beschränkungen zu umgehen. Oft geschieht dies, ohne dass die thailändischen Aktionäre tatsächlich Kapital einbringen oder aktiv an Geschäftsentscheidungen teilnehmen. Solche Strukturen sind nicht nur fragwürdig, sondern können auch rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen. Geldbußen von bis zu 1 Million THB und Haftstrafen bis zu drei Jahren drohen den Verantwortlichen. Die Behörden setzen auf digitale Überwachungssysteme und Vor-Ort-Kontrollen, um solche unzulässigen Strukturen aufzudecken.
Interessant ist, dass Thailand eine klare Strategie verfolgt: „Clean-up before liberalization“. Dieses Motto soll helfen, das Land als transparenten Investitionsstandort zu positionieren, insbesondere im Hinblick auf den Beitritt zur OECD. In diesem Kontext plant die Regierung eine Modernisierung des Foreign Business Act, um die gesetzlichen Vorgaben zur Unternehmensbeteiligung konsequent durchzusetzen. So will man sicherstellen, dass ausländische Investoren in der Lage sind, transparente und zulässige Beteiligungsstrukturen zu nutzen.
Legale Alternativen für Investoren
Es gibt jedoch auch legale Alternativen für ausländische Investoren, die sich nicht in die Grauzone der Nominee-Strukturen begeben möchten. Das Board of Investment (BOI) bietet die Möglichkeit, 100 % Unternehmensanteile in bestimmten geförderten Branchen zu halten. Ähnliches gilt für die Industrial Estate Authority of Thailand (IEAT), die ähnliche Privilegien gewährt. Durch den Erwerb einer Foreign Business License (FBL) kann man sich ebenfalls in beschränkten Geschäftsfeldern engagieren. Echte Joint Ventures mit thailändischen Partnern oder Geschäftsfelder außerhalb der FBA-Beschränkungen, wie Exportunternehmen, bieten ebenfalls eine legale Basis.
Die Entwicklungen der letzten Monate zeigen, dass Thailand alles daran setzt, ein attraktiver und sicherer Standort für Investitionen zu bleiben. Es bleibt spannend zu sehen, wie sich die Situation entwickeln wird und welche Unternehmen von den neuen Maßnahmen betroffen sein werden. Schließlich, wenn man hier in Thailand Geschäfte machen möchte, ist es besser, auf der sicheren Seite zu sein und die gesetzlichen Vorgaben ernst zu nehmen.
