Heute ist der 8.05.2026 und ich sitze hier auf Koh Samui, umgeben von Palmen und dem sanften Rauschen der Wellen. Der Duft von salziger Meerluft mischt sich mit dem Aroma von frisch zubereitetem Thai-Essen. Für viele ist der Urlaub auf den thailändischen Inseln eine willkommene Auszeit vom hektischen Alltag. Aber während die Sonne strahlt und die Temperaturen steigen, verändert sich auch die Weinlandschaft, besonders wenn es um Roséweine geht. In großen Städten Südostasiens, wie Bangkok, bleibt der Rotwein die erste Wahl. Doch auf den beliebten Inseln, wie Bali und Koh Samui, sieht die Sache anders aus. Hier sind leichtere Weinstile, insbesondere Rosé, auf dem Vormarsch. Laut einem interessanten Artikel auf The Drinks Business erfreuen sich Roséweine wachsender Beliebtheit, auch wenn sie noch nicht die Hauptwahl darstellen.
Watchara Leelao, der Chef-Sommelier im Intercontinental Phuket, bringt es auf den Punkt: „Das heiße Klima und der entspannte Strand-Lebensstil beeinflussen die Weinvorlieben hier in Südthailand.“ An den Stränden von Koh Samui und Koh Phangan sind Champagner und leichte Weißweine nach wie vor die Favoriten, doch Roséweine finden immer mehr Anklang. Laut Walter Giomi von Bangkok Beer and Beverage Co. Ltd. ist das Interesse an Roséweinen vor allem von Touristen getrieben, was die Dynamik auf den Inselmärkten erhöht. Im Intercontinental Phuket setzen sie auf Qualität und führen über zehn Premium-Rosé-Labels, darunter bekannte Namen wie Whispering Angel und Miraval aus der Provence.
Die Entwicklung des Rosé-Marktes
Die Zahlen sprechen für sich: In Thailand beträgt der Marktanteil von Roséweinen lediglich 2%, jedoch mit einer beeindruckenden jährlichen Wachstumsrate von 15% zwischen 2019 und 2024. Im Vergleich dazu liegt Indonesien bei etwa 1% mit einer CAGR von 2,4%. Das zeigt, dass es auf den thailändischen Inseln ein gewisses Potenzial gibt. Besonders zwischen April und September, wenn europäische Reisende die Inseln stürmen, wächst die Nachfrage nach Rosé. Minyoung Ryu, Chef-Sommelier im Potato Head auf Bali, hat festgestellt, dass asiatische Reisende tendenziell weniger Interesse an Rosé zeigen. Das hat zur Folge, dass der balinesische Rosé-Markt eher zu zugänglichen Einstiegsweinen tendiert, während lokale Produzenten wie Hatten, Sababay und Isola immer mehr Sichtbarkeit gewinnen.
Es gibt jedoch auch Herausforderungen. Manon Penot von CIVP hebt hervor, dass eine bessere Verfügbarkeit und Sichtbarkeit von Roséweinen notwendig ist, um das Potenzial weiter auszuschöpfen. Trotz der steigenden Beliebtheit bleibt der Markt für teurere Roséweine eher verhalten. Das ist vielleicht auch ein Grund, warum die Preise für Einstiegs- und Premium-Labels, vor allem aus der Provence, dominieren.
Ein Blick in die Zukunft
Die Prognosen für den asiatisch-pazifischen Raum zeigen, dass er in den kommenden Jahren ein dynamischer Markt für Roséweine sein könnte. Die Entwicklung in Bali und auf den thailändischen Inseln könnte den Weg für neue Trends ebnen. Vielleicht wird der Rosé irgendwann auch in Bangkok populärer, wenn die Weinbildung und die Verfügbarkeit weiter steigen. Die Weinkultur in dieser Region ist im Fluss und es bleibt spannend zu beobachten, wie sich die Vorlieben der Verbraucher entwickeln.
Es ist ein aufregender Zeitpunkt, um Weinliebhaber zu sein, insbesondere hier in Thailand. Wenn man durch die Straßen von Koh Samui schlendert, über die Strände läuft und die Farben des Sonnenuntergangs genießt, könnte ein Glas Rosé die perfekte Wahl sein, um den Tag ausklingen zu lassen. Prost!