Heute ist der 13.05.2026 und hier auf Koh Samui spürt man die Aufregung in der Luft. Premierminister Anutin Charnvirakul hat sich auf den Weg gemacht, um Koh Samui und Koh Phangan zu besuchen. Der Grund? Sorgen über ausländische Staatsangehörige, die durch sogenannte Nominee-Vereinbarungen Geschäfte betreiben. Ein brisantes Thema, das nicht nur die Einheimischen, sondern auch die Tourismuswirtschaft betrifft. Denn immer wieder gibt es Berichte über rechtliche Schlupflöcher und illegale Praktiken, die das wirtschaftliche Gleichgewicht in diesen beliebten Touristenzielen gefährden.
Diese Reise folgt auf Inspektionen in Phuket, wo bereits Probleme mit öffentlicher Landnutzung und illegalen Geschäftstätigkeiten angesprochen wurden. Die Behörden warnen eindringlich vor den Risiken, die Nominee-Praktiken für die wirtschaftliche Stabilität darstellen. Tatsächlich wurden in Koh Samui und Koh Phangan insgesamt 16.811 registrierte juristische Personen gezählt, von denen 11.426 ausländische Beteiligungen aufweisen. Die Zahlen sind alarmierend und zeigen, dass Handlungsbedarf besteht.
Auf der Spur der Nominee-Geschäfte
In Koh Phangan hat sich die Situation weiter verschärft. Hier wurden bereits 29 Beschwerden im Zusammenhang mit Nominee-Fällen eingereicht, und rechtliche Schritte laufen gegen 62 Verdächtige. Das lässt einen schon etwas stutzig werden, wenn man bedenkt, dass diese Praktiken das Vertrauen der Touristen in die thailändische Wirtschaft untergraben könnten. Minister für natürliche Ressourcen und Umwelt, Suchart Chomklin, war ebenfalls Teil des Besuchs und sammelte Feedback aus der Gemeinde, um die Sorgen der Anwohner zu verstehen und darauf zu reagieren.
Interessanterweise zeigen die Daten, dass etwa 67% der Unternehmen auf Koh Phangan von Investoren aus Ländern wie Israel, Frankreich, Großbritannien und Russland stammen. In Koh Samui sieht es ähnlich aus. Hier sind es vor allem französische, britische, russische, chinesische und israelische Staatsbürger, die den Markt dominieren. Es stellt sich die Frage, wie viele dieser Firmen wirklich aktiv sind oder ob es sich bei vielen um „Shell“-Unternehmen handelt, die lediglich zum Zweck der Umgehung thailändischer Gesetze gegründet wurden.
Die Regierung greift durch
Die thailändische Regierung hat bereits Maßnahmen ergriffen, um gegen diese illegalen Praktiken vorzugehen. Ein Beispiel ist die Untersuchung eines Buchhaltungsunternehmens auf Koh Phangan, das mit 89 Entitäten in Verbindung gebracht wird, die als „Shell“-Firmen identifiziert wurden. Zudem wird ein Luxusvilla-Projekt, das ohne Hotel-Lizenz betrieben wird und THB 13.000 pro Nacht verlangt, wegen möglicher Steuerhinterziehung und illegaler Landnutzung unter die Lupe genommen. Die Behörden sind gefordert, und Premierminister Anutin hat angeordnet, dass landesweit Kontrollen ausgeweitet werden. Ziel ist es, Nominee-Konstruktionen zu entdecken, die thailändische Berufe oder Einkommen betreffen.
Es ist offensichtlich, dass die thailändische Regierung ein klares Zeichen setzen möchte. Graues Kapital und rechtliche Schlupflöcher werden als Bedrohung für die wirtschaftliche Sicherheit wahrgenommen. Anutin hat die Sicherheitsbehörden, lokale Verwaltungen und das Handelsministerium beauftragt, gegen ausländische Unternehmen vorzugehen, die sich nicht an die Regeln halten. Die Öffentlichkeit wird sogar aufgefordert, Hinweise zu melden, um diese illegalen Praktiken zu bekämpfen.
Die Geschehnisse auf Koh Samui und Koh Phangan werfen ein Schlaglicht auf die Herausforderungen, mit denen Thailand konfrontiert ist, wenn es um ausländische Investitionen geht. Es bleibt abzuwarten, wie effektiv die Maßnahmen der Regierung sein werden und ob sie das dringend benötigte Vertrauen in den Tourismussektor wiederherstellen können. Denn eines ist sicher: Die Zukunft des Tourismus in Thailand hängt auch von der Integrität und Transparenz seiner Geschäftspraktiken ab. Mehr Informationen zu den Entwicklungen gibt es in dem Artikel auf Pattaya Mail sowie Nation Thailand und Rawai.