In einer beunruhigenden Wendung haben drei ehemalige Besatzungsmitglieder des thailändischen Frachtschiffs Mayuree Naree am 10. Juli 2026 Klage gegen ihren Arbeitgeber, Precious Shipping Co., sowie gegen zwei verbundene Unternehmen und den Kapitän des Schiffs eingereicht. Die Klage, die vor dem Zentralen Arbeitsgericht in Bangkok eingereicht wurde, fordert eine Entschädigung von über einer Million Baht (ca. 30.000 USD) pro Person. Grund für die Klage sind Arbeitsrechtsverletzungen und unrechtmäßige Entlassung, die nach einem tragischen Vorfall in der Straße von Hormuz im März 2026 stattfanden. An diesem Tag wurde das Schiff von einem Projektil getroffen, was zum Tod von drei Personen führte und 20 weitere Besatzungsmitglieder zur Rettung brachte.

Die Kläger, Panithi Tumkaew, Noppadon Wongsuvan und Surades Manpuen, berichten von massiven psychischen Belastungen, die sie aufgrund des Vorfalls erlitten haben. Panithi Tumkaew, der über ein Jahrzehnt für Precious Shipping tätig war, beschreibt Verhaltensänderungen und die Notwendigkeit, Medikamente einzunehmen. Nach dem Vorfall wurden die Kläger vor Ablauf ihrer neunmonatigen Arbeitsverträge entlassen und erhielten lediglich eine Entschädigung von zwei Monatsgehältern, die sie als unzureichend empfinden. Die Sicherheit der Seeleute im Persischen Golf ist ein besorgniserregendes Thema, insbesondere da die Region eine entscheidende Handelsroute für etwa ein Fünftel des globalen Handels mit Rohöl und verflüssigtem Erdgas darstellt. In diesem Kontext haben die USA am Tag vor der Klageeinreichung neue Luftangriffe gegen Iran durchgeführt, was die Situation weiter verschärfte und die Sicherheit in der Straße von Hormuz weiter gefährdet.

Einblicke in die Situation

Am 30. März 2026 gab das thailändische Außenministerium eine Pressekonferenz zur Situation der Besatzungsmitglieder bekannt. Das Ministerium zeigte sich betroffen und betonte, dass man eng mit den thailändischen Botschaften und den iranischen Behörden zusammenarbeiten werde, um die forensische Identifizierung der menschlichen Überreste zu beschleunigen, die bei einer Inspektion des beschädigten Schiffs gefunden wurden. Precious Shipping PLC informierte das Ministerium über eine zweite Inspektion durch ein spezialisiertes Such- und Rettungsteam, bei der menschliche Überreste im Maschinenraum entdeckt wurden. Allerdings konnten diese nicht identifiziert werden.

In diesem Zusammenhang ist es wichtig zu erwähnen, dass die Internationale Transportarbeiter-Föderation (ITF) und maritime Arbeitgeber Maßnahmen zum Schutz von Seeleuten beschlossen haben. Seeleute haben das Recht, Fahrten durch Kriegsgebiete zu verweigern, und bei Einsätzen in solchen Gebieten stehen ihnen zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen und finanzielle Kompensationen zu. ITF-Generalsekretär Stephen Cotton hat darauf hingewiesen, dass Seeleute oft zu „Kollateralschäden von Konflikten“ werden. Diese Aussage verdeutlicht die prekäre Lage, in der sich viele Seeleute befinden, insbesondere angesichts geopolitischer Spannungen im Iran und der daraus resultierenden Risiken für die zivile Schifffahrt.

Die Sorgen um die Sicherheit von Seeleuten sind nicht unbegründet. Angriffe auf Handelsschiffe, Piraterie und militärische Auseinandersetzungen gefährden nicht nur die Sicherheit der Besatzungen, sondern auch die Stabilität globaler Lieferketten. Ein Blick auf die Zahlen zeigt, dass das Seefrachtaufkommen zwischen 1970 und 2023 etwa sechsmal gestiegen ist, während über 1,5 Millionen Seefahrer weltweit arbeiten und 90 Prozent des weltweiten Warenhandels sichern.

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Die Klage der ehemaligen Besatzungsmitglieder des Mayuree Naree ist somit nicht nur ein persönlicher Kampf um Gerechtigkeit, sondern wirft auch ein Licht auf die komplexen Herausforderungen, vor denen Seeleute in Krisengebieten stehen. Diese Situation bleibt angespannt, und es bleibt abzuwarten, wie sich die rechtlichen Schritte entwickeln werden.