Heute ist der 28. Mai 2026, und in Bangkok, der lebhaften Hauptstadt Thailands, laufen die letzten Tage der größten Lebensmittel- und Getränkemesse in Asien, THAIFEX – Anuga Asia 2026. Diese Veranstaltung zieht jedes Jahr eine Vielzahl von Ausstellern und Besuchern an, und heuer hat auch Kasachstan kräftig mitgemischt. Das Land zeigt sich ambitioniert, seine Handelspräsenz in Südostasien auszubauen. Ein gemeinsamer Pavillon, organisiert von der Kazakh Thai Alliance und Aspan Asia aus der Almaty-Region, ist ein klares Zeichen für die Bestrebungen Kasachstans, sich als ernstzunehmender Akteur in der Region zu etablieren. Über 3.100 Aussteller aus mehr als 50 Ländern sind hier vertreten, und die Besucherzahl wird auf rund 90.000 geschätzt. Es ist echt beeindruckend!
Die kasachische Delegation, unter der Leitung von Bakytnur Bakytuly, dem stellvertretenden Gouverneur der Almaty-Region, hat nicht nur an der Messe teilgenommen, sondern auch an verschiedenen Geschäftsevents. Das Ziel? Die Diversifizierung der Exporte und die Stärkung der wirtschaftlichen Beziehungen zu den ASEAN-Ländern. Thailand, mit seinen 66 Millionen Einwohnern und als viertgrößte Wirtschaft in ASEAN, spielt dabei eine entscheidende Rolle. Der bilaterale Handel zwischen Kasachstan und Thailand hat im Jahr 2025 einen Wert von 255,1 Millionen USD erreicht, was einen Anstieg von 8% im Vergleich zum Vorjahr bedeutet – das ist doch was!
Die Herausforderungen und Chancen
Doch so einfach ist es nicht. Kasachische Unternehmen stehen vor Herausforderungen beim Eintritt in den thailändischen Markt, insbesondere in Bezug auf Zertifizierungsanforderungen, Labortests und Einfuhrzölle. Aber die Chancen sind enorm! Das Wachstum des thailändischen Einzelhandelsmarktes, das auf etwa 120 Milliarden USD geschätzt wird, und die zusätzlichen 30 Milliarden USD aus dem E-Commerce bieten starke Möglichkeiten für kasachische Produzenten, insbesondere in den Premium- und gesundheitsbewussten Verbrauchermärkten.
Im Juni ist dann auch ein Besuch einer thailändischen Delegation in Kasachstan geplant, geleitet von Thailands stellvertretendem Ministerpräsidenten und Außenminister Sihasak Phuangketkeow. Das wird sicher eine spannende Gelegenheit für beide Seiten, um die Partnerschaft weiter zu vertiefen.
Kulturelle Verbindungen stärken
Zusätzlich zu den wirtschaftlichen Bestrebungen wird Kasachstan auch kulturell aktiver. Vor kurzem fand in Brüssel die Shanyraq Dialogues-Serie statt, bei der eine traditionelle kasachische Jurte als Veranstaltungsort diente. Hier wurde über die Seidenstraße und die authentischen Reisegeschichten aus Kasachstan diskutiert. Der kasachische Botschafter in Belgien, Roman Vassilenko, betonte die wichtige Rolle Kasachstans als Brückenbauer zwischen Europa und Asien. Solche Initiativen tragen dazu bei, das Interesse an Kasachstan in Europa zu stärken und das Land als modernes, kulturelles Ziel zu präsentieren.
Mit 20 Millionen Einwohnern und einer aufstrebenden „upper-middle-income“ Volkswirtschaft ist Kasachstan ein Land im Aufbruch. Der Reformkurs der Regierung geht weiter, trotz der Herausforderungen durch geopolitische Spannungen, wie den Krieg in der Ukraine. Die Wirtschaft wächst, und die wichtigen Sektoren wie Erdölproduktion, Industrie, Bergbau und Agrarwirtschaft zeigen vielversprechende Entwicklungen. Als größtes Binnenland der Welt, das an der historischen Seidenstraße liegt, hat Kasachstan eine zentrale Rolle in den Ost-West-Verbindungen zwischen Asien und Europa. Der Ausbau der Landverbindungen wird zunehmend wichtig, insbesondere als Alternative zur Nordroute durch Russland.
Die Mitgliedschaft in internationalen Institutionen wie der Eurasischen Wirtschaftsunion (EAWU) und dem Freihandelsabkommen der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) zeigt, dass Kasachstan bestrebt ist, seine wirtschaftlichen Beziehungen auszubauen. Mit einem stetig wachsenden bilateralen Handel und einer aktiven Teilnahme an internationalen Veranstaltungen wie der THAIFEX-Messe wird die Zukunft für Kasachstan und Thailand vielversprechend aussehen.