In den letzten Wochen hat die Diskussion über die psychische Gesundheit junger Menschen in Thailand an Fahrt gewonnen. Karndee Leopairote, Abgeordnete der Democrat Party, brachte am 6. Mai 2023 während einer Sitzung des Repräsentantenhauses ernste Bedenken zur Sprache. Ihre Worte waren unmissverständlich: Die steigenden Raten von Depressionen und Selbstverletzungen unter thailändischen Jugendlichen sind alarmierend. Sie sprach sogar von einem strukturellen Krisenfall, der dringend angegangen werden muss. Vor allem die persönlichen Geschichten, wie die tragischen Suizide von zwei ehemaligen Mitschülerinnen ihrer Tochter, machten die Dringlichkeit ihrer Forderungen deutlich.

Karndee hat die Minister für öffentliche Gesundheit, Bildung und Hochschulbildung dazu aufgefordert, die bestehenden Richtlinien zur psychischen Gesundheit zu verbessern. Trotz der bereits ergriffenen Maßnahmen durch das Department of Mental Health sind die Ergebnisse unzureichend. Ein Blick auf die Zahlen zeigt, dass 26,9 % der 18- bis 24-Jährigen an Depressionen leiden und 17,6 % der Schüler ernsthaft über Suizid nachdenken. Diese Statistiken sind erschütternd und verdeutlichen, wie stark der Druck aus den Bereichen Bildung, soziale Medien und wirtschaftliche Herausforderungen auf den Schultern der Jugendlichen lastet. Die Diskussion ist besonders aktuell, da der Mai als „Mind Month“ anerkannt ist – eine Zeit, in der das Bewusstsein für psychische Gesundheit gefördert werden soll. Die Abgeordnete hat daher drei Maßnahmen vorgeschlagen, um die Unterstützung für die psychische Gesundheit von Jugendlichen zu verbessern:

  • Die Sicherstellung einer effektiven Umsetzung der psychischen Gesundheitsrichtlinien an der Basis.
  • Die Erhöhung von Mitteln und Personal für Beratungslehrer und Psychologen in Schulen und Universitäten.
  • Die Verbesserung des öffentlichen Verständnisses für psychische Gesundheitsprobleme und die Verringerung von Stigmatisierung.

Globale Perspektiven und Herausforderungen

Es ist interessant, die Situation in Thailand im Kontext globaler Trends zu betrachten. Laut einem Bericht der WHO leben in der Europäischen Region bereits ein Siebtel aller Kinder und Jugendlichen mit einer psychischen Erkrankung. Besonders Mädchen sind überproportional betroffen – jede vierte Jugendliche zwischen 15 und 19 Jahren hat mit einer psychischen Erkrankung zu kämpfen. Diese Zahlen sind nicht nur ein Weckruf für Thailand, sondern auch für viele andere Länder, die ähnliche Herausforderungen haben.

Suizid ist in vielen Ländern die häufigste Todesursache bei 15- bis 29-Jährigen, und die Prävalenz psychischer Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen ist in den letzten 15 Jahren um ein Drittel gestiegen. Das Leistungsangebot hat mit der steigenden Nachfrage nicht Schritt gehalten, und in vielen Ländern fehlen grundlegende psychosoziale Dienste. Das macht die Forderungen nach sofortigen und koordinierten Maßnahmen umso dringlicher.

Die WHO hebt hervor, dass es für die Regierungen und Partnerorganisationen wichtig ist, nationale Aktionspläne zu entwickeln und die Qualität der Versorgung zu verbessern. Es ist ein Recht, das jedes Kind und jeder Jugendliche auf psychosoziale Betreuung und hochwertige Versorgung hat. Die Herausforderungen in Thailand stehen also im Einklang mit globalen Entwicklungen, und es bleibt zu hoffen, dass die dringenden Maßnahmen, die Karndee Leopairote gefordert hat, nicht nur gehört, sondern auch umgesetzt werden.

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