Heute ist der 27.06.2026 und ich sitze hier in Hua Hin, wo die Sonne immer noch gnädig auf die Strände scheint. Die Entwicklungen in der Infrastrukturpolitik hierzulande sind wirklich spannend. Thailand macht sich gerade auf den Weg, die wirtschaftlichen Erträge aus staatlich finanzierten Infrastrukturinvestitionen zu maximieren. Ein wichtiger Schritt in diese Richtung war die Veröffentlichung eines 598-seitigen operativen Handbuchs, auch bekannt als Network Statement. Dieses Handbuch richtet sich an private Transportfirmen und enthält alles, was man wissen muss – von technischen Infrastruktur-Spezifikationen über Netzwerkzugangsbedingungen bis hin zu Zugroutenrichtlinien und Zeitfenster-Zuteilungen. Das klingt schon mal ziemlich umfassend!

Ein besonders interessanter Punkt aus dem Network Statement ist, dass die Regelungen nicht wie bei traditionellen Public-Private Partnerships (PPPs) behandelt werden. Stattdessen wird hier auf vereinfachte Track-Sharing-Verträge gesetzt. Die Einführung fester Tarife, die so genannten Track Access Charges, sorgt dafür, dass private Betreiber wissen, woran sie sind. Für Passagierdienste sind das beispielsweise 44 Baht pro Wagen und Kilometer, während für touristische Dienste die Gebühr bei 77 Baht pro Wagen und Kilometer liegt. Frachtservices werden nach einem anderen Schema berechnet, basierend auf dem Bruttotonnengewicht. Wenn man sich vorstellt, dass ein privates Unternehmen für einen vierwagentouristischen Zug von Bangkok nach Hua Hin (also 229 km) eine Zugangsgebühr von etwa 70.532 Baht pro Einzelreise zahlen muss, wird klar, dass hier ordentlich kalkuliert werden muss.

Öffentlich-private Partnerschaften: Ein Schlüssel zur Modernisierung?

Was mir besonders ins Auge springt, ist die Möglichkeit, die Infrastruktur durch öffentlich-private Partnerschaften (ÖPP) schneller und effizienter zu realisieren. Das erinnert mich an eine kürzlich veröffentlichte Studie, die besagt, dass Deutschland bis 2035 einen Investitionsbedarf von rund 1,9 Billionen Euro für die Infrastruktur hat – und das ist nur der öffentliche Teil! Weitere 2,17 Billionen Euro sind nötig, wenn wir die privat getragenen Investitionen im Energiebereich mit einbeziehen. Hier in Thailand könnte ein ähnlicher Ansatz wie in Deutschland, wo ÖPP als Lösung für den Investitionsstau angesehen werden, durchaus fruchtbar sein. Die Studie, die auf rund 25 Interviews mit Vertretern aus der öffentlichen Hand und der Privatwirtschaft basiert, hebt die Chancen und Herausforderungen moderner Partnerschaftsmodelle hervor.

Wenn man bedenkt, dass Kommunen fast 55 % der Finanzierungslücke tragen, während der Bund 35 % und die Länder 10 % übernehmen, wird deutlich, wie wichtig eine Kooperation zwischen öffentlicher Hand und privaten Investoren ist. Thailand hat die Chance, von diesen Erfahrungen zu lernen und die Infrastruktur-Entwicklung voranzutreiben, indem es private Akteure mit einbezieht. Möge das Handbuch, das gerade auf den Tisch gelegt wurde, der erste Schritt in diese Richtung sein. Es bleibt spannend zu beobachten, wie sich das Ganze entwickelt und welche positiven Auswirkungen das auf die Mobilität und die Wirtschaft hier in Thailand haben wird.