Heute ist der 15.06.2026 und wir befinden uns mitten in Thailand, wo die Naturkautschukindustrie vor großen Herausforderungen steht. Mit Blick auf die EU-Abholzungsregelung (EUDR), die Ende dieses Jahres in Kraft tritt, müssen sich die Kleinbauern hier gut vorbereiten. Die neuen Vorschriften verlangen von ihnen, dass sie nachweisen können, dass ihre Produkte abholzungsfrei sind, um weiterhin in den lukrativen europäischen Markt exportieren zu können. Und das ist keine kleine Aufgabe! Die Auswirkungen sind enorm, denn Thailand ist der weltweit führende Produzent von Naturkautschuk und etwa 25% der landwirtschaftlichen Haushalte hier sind direkt von dieser Industrie abhängig.

Die EUDR wird ab Januar 2027 gelten und erfordert, dass Lieferanten nachweisen, dass ihr Land nicht nach dem 31. Dezember 2020 gerodet wurde. Diese Vorgabe stellt die Kleinbauern vor eine massive Herausforderung, vor allem, weil viele von ihnen nicht die notwendigen Fähigkeiten oder die Technologie haben, um diesen Anforderungen gerecht zu werden. Die Kautschukversorgungskette in Thailand ist stark fragmentiert; Millionen von Kleinbauern und Tausende von Zwischenhändlern sind involviert. Eine echte Herausforderung, die den großen Unterschied zwischen der Theorie und der Praxis deutlich macht.

Technologische Unterstützung für Kleinbauern

Um diesen Herausforderungen zu begegnen, bieten private Zwischenhändler Unterstützung durch technologiegestützte Rückverfolgbarkeitsplattformen an. Ein besonders innovatives Beispiel ist das Unternehmen Agriac, das ein System namens Traztru entwickelt hat. Dieses ermöglicht die Georeferenzierung von Farmen und die Rückverfolgbarkeit von Kautschuk, der den Standards des Forest Stewardship Council (FSC) entspricht. Kleinbauern wie Sathit Phromraksa profitieren bereits von Preisaufschlägen für Kautschuk, der diesen strengen Standards entspricht. Das ist ein Lichtblick in einer ansonsten herausfordernden Situation!

Der Wert des thailändischen Kautschuks, der in die EU exportiert wird, ist zwischen 2019 und 2024 um etwa 65% gestiegen. Dies zeigt, wie wichtig die Branche für die thailändische Wirtschaft ist. Laut einem Bericht des European Forest Institute (EFI) produzieren über 1,68 Millionen Kleinbauern auf 3,9 Millionen Hektar Kautschuk, was etwa einem Drittel der globalen Gummiproduktion ausmacht. In dieser Hinsicht sind die Entwicklungen umso bedeutender, da die thailändische Regierung bereits Maßnahmen ergriffen hat, die den Landwirten und Händlern helfen sollen, sich an die neuen Marktanforderungen anzupassen.

Kooperation und Herausforderungen

Ein großer Teil dieser Anstrengungen umfasst die Kartierung der Naturkautschukproduktionsgebiete und die Registrierung der Kleinbauern. Die Rubber Authority of Thailand (RAOT) hat bereits mehr als 3,1 Millionen Hektar Kautschukplantagen kartiert, was etwa 79% der gesamten Kautschukproduktionsfläche des Landes entspricht. Das ist eine beeindruckende Leistung, die zeigt, dass die thailändische Regierung ernsthaft daran arbeitet, die Herausforderungen der EUDR zu bewältigen.

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Doch trotz dieser positiven Ansätze bleibt die Realität für viele Kleinbauern schwierig. Rund 20% der Kautschukproduzenten haben keine formelle Dokumentation zur Legalisierung ihrer Plantagen. Dies könnte zu einem sogenannten „Compliance-Plateau“ führen, was bedeutet, dass nicht alle Kleinbauern in der Lage sein werden, die neuen Anforderungen zu erfüllen. Diese Unsicherheit ist für viele eine große Belastung.

Die EU-Verordnung 2023/1115 (EUDR) ist Teil der umfassenden Nachhaltigkeitsstrategie der EU, die darauf abzielt, die globale Entwaldung zu bekämpfen. Ein Teil der Entwaldung ist auf die Ausweitung landwirtschaftlicher Flächen zurückzuführen. Deshalb ist der Austausch zwischen den verschiedenen Akteuren in Thailand und der EU entscheidend. Vertreter des Plastics Institute of Thailand (PITH) und des Office of Industrial Economics (OIE) haben sich bereits getroffen, um die praktischen Aspekte der EUDR zu besprechen. Sie sind sich einig: Es gibt einen hohen Bedarf an klaren Anforderungen und praktikablen Lösungen.

Insgesamt zeigt sich, dass die thailändische Naturkautschukindustrie vor einem Wendepunkt steht. Die kommenden Monate werden entscheidend sein. Mit der Unterstützung von privaten Unternehmen und der Regierung könnten die Kleinbauern vielleicht den Sprung in eine nachhaltige Zukunft schaffen, die sowohl den Anforderungen des Marktes als auch den Bedürfnissen der Umwelt gerecht wird. Ein ehrgeiziges Unterfangen, aber in einer Welt, die immer mehr auf Nachhaltigkeit setzt, vielleicht genau der richtige Weg.