In den letzten Wochen hat sich Thailand zu einem Hotspot für den agrarwirtschaftlichen Austausch entwickelt. Vom 24. April bis zum 1. Mai reiste Karen Ross, die Sekretärin des California Department of Food and Agriculture, nach Thailand. Der Anlass? Eine Handelsmission der National Association of State Departments of Agriculture (NASDA). Das Ziel dieser Reise war klar: Die landwirtschaftlichen Handelsbeziehungen zu stärken und Kaliforniens Präsenz in Südostasien auszubauen. Und das ist auch dringend notwendig, denn Thailand, zusammen mit Vietnam, Indonesien und Malaysia, ist ein wachsender Markt für US-Landwirtschaftsprodukte. Allein die jährlichen landwirtschaftlichen Exporte Kaliforniens nach Thailand belaufen sich auf etwa 226 Millionen Dollar.

Der Auftakt der offiziellen Programme fand in der US-Botschaft und dem Konsulat in Bangkok statt. Dort traf Ross den Botschafter Sean O’Neill und sein Team. Die Gespräche boten spannende Einblicke in die Handelsdynamik und die Möglichkeiten für die US-Landwirtschaft. Auch der Austausch mit Vertretern aus Kansas, Maryland, South Dakota und Tennessee war ein wichtiger Bestandteil der Mission. Die Delegation hatte die Gelegenheit, an Briefings und Meetings teilzunehmen, unter anderem mit der Thai Chamber of Commerce und der American Chamber of Commerce in Thailand. Ein besonderes Augenmerk lag auf der Zusammenarbeit mit CPF Foods, wo über Nachhaltigkeit und Innovation in der Landwirtschaft diskutiert wurde.

Wachstumsmärkte im Fokus

Die Region Südostasien, zu der Thailand gehört, ist mittlerweile der drittgrößte Markt für US-Landwirtschaftsexporte. Diese Region wird in den kommenden Jahren nicht nur bei der Bevölkerung, sondern auch beim Einkommen voraussichtlich stark wachsen. Bis 2033 wird ein Anstieg der Bevölkerung um 8 % und ein Anstieg des Pro-Kopf-BIP um fast 26 % prognostiziert. Besonders Indonesien, die Philippinen und Vietnam stechen hierbei hervor. Das eröffnet nicht nur Chancen für Exporteure, sondern erfordert auch eine Anpassung der Strategien, um im Wettbewerb bestehen zu können.

In diesem Kontext sind die US-Exporte nach Südostasien, die 2023 fast 7,8 Milliarden Dollar ausmachten, von entscheidender Bedeutung. Die wichtigsten Exporte sind Sojabohnen, Weizen, Baumwolle, Magermilchpulver und DDGS. Besonders auffällig ist, dass US-Sojabohnenmehl fast 99 % der Sojabohnenmehlimporte in der Region ausmacht. Und dennoch – der Wettbewerb schläft nicht. Brasilien, Argentinien und die EU sind allesamt starke Mitbewerber im Agrarsektor, und China hat seit 2015 die Führung bei den Agrarprodukten in Südostasien übernommen.

Regulatorische Herausforderungen und Handelsdynamiken

Während der Handelsmission war ein weiteres wichtiges Thema die Regulierung. Ross und ihre Delegation trafen sich mit der thailändischen Food and Drug Administration sowie dem Landwirtschaftsministerium, um die regulatorischen Rahmenbedingungen und Handelsbarrieren besser zu verstehen. Dabei wurden nichttarifäre Handelshemmnisse sowie der dringende Bedarf an Zollsenkungen für US-Landwirtschaftsprodukte besprochen. Die Herausforderungen sind groß, aber die Chancen sind es auch.

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Die geopolitischen Entwicklungen, wie die Einführung zusätzlicher Zölle auf Importe aus ASEAN-Ländern durch die USA, stellen die Handelsbeziehungen auf eine harte Probe. Diese Zölle, die im April 2025 angekündigt wurden, haben die ASEAN-Staaten in eine schwierige Lage gebracht. Trotz der kürzlichen Verhandlungen über Zollsenkungen bleibt die Unsicherheit über die zukünftige Handelsdynamik bestehen. Vietnams Zoll wurde von 46 % auf 20 % gesenkt, was als positives Signal gewertet wird, aber die gesamte Region fühlt sich durch die hohen Zölle unter Druck.

Doch trotz dieser Herausforderungen bleibt das Engagement der USA in der Region stark. Initiativen wie das Indo-Pacific Economic Framework for Prosperity (IPEF) und das Regional Agricultural Promotion Program (RAPP) zeigen, dass die USA entschlossen sind, ihren Einfluss in Südostasien auszubauen. Das wird auch nötig sein, denn die Region strebt an, den Handel innerhalb ihrer Grenzen zu erweitern und die Wettbewerbsfähigkeit zu steigern.

Die Handelsmission von Karen Ross war ein wichtiger Schritt in diese Richtung. Die Gespräche, die Einblicke in die Marktbedürfnisse der Region und die Kooperationen mit lokalen Akteuren sind entscheidend für die Zukunft der US-Landwirtschaft in Südostasien. Es bleibt spannend zu beobachten, wie sich dieser Markt entwickeln wird und welche Rolle Kalifornien dabei spielen kann.

Für diejenigen von uns, die in Thailand leben oder in die Region investieren, ist die Botschaft klar: Es gibt viel zu gewinnen – wenn man bereit ist, die Herausforderungen anzugehen.