In Thailand sorgt eine neue Fanggeschichte für Aufregung, die nicht nur Fischer und Restaurants betrifft, sondern auch unsere heimischen Ökosysteme. Der schwarze Chinatiila, ursprünglich aus Westafrika, hat seit seiner ersten Entdeckung im Jahr 2011 in Thailand eine beachtliche Reise hinter sich. Er hat sich in mindestens 19 Provinzen ausgebreitet, von den Kanälen Bangkoks bis zu den Küstengewässern bei Pattaya. Diese invasive Spezies hat nicht nur die Lebensgrundlagen vieler Fischer bedroht, sondern auch das fragile Gleichgewicht der Gewässer gestört. Der lokale Fischer Wallop Khunjaen musste seine Garnelenzucht aufgeben, nachdem die Blackchin-Tilapia fast alle seiner Millionen Baby-Garnelen gefressen hat. Ein echter Schock für ihn und seine Familie!

Die Blackchin-Tilapia ist eine Hardcase im Wasser – sie vermehrt sich rasant, hat eine hohe Überlebensrate bei Jungfischen und fühlt sich sowohl im Süß- als auch im Brackwasser wohl. Das macht sie extrem schwer kontrollierbar. Auch wenn die thailändischen Behörden Maßnahmen wie die Freisetzung von Asiatischen Seebarschen als natürliche Feinde und die Entwicklung steriler Blackchin-Tilapia ergreifen, bleibt die Herausforderung groß. Tausende Tonnen dieser Fische wurden bereits entfernt, aber die Experten sind sich einig: eine vollständige Ausrottung ist unrealistisch.

Ökologische Auswirkungen

Die ökologischen Folgen sind noch nicht vollständig erfasst, aber klar ist, dass die Blackchin-Tilapia nicht nur andere Fischarten verdrängt, sondern auch die Wasserqualität schädigt und die Aquakultur gefährdet. Sie gräbt Löcher in sandige Böden, die schädlich für am Boden lebende Organismen und Wasserpflanzen sind. Zudem ernährt sie sich von Zooplankton – einem wichtigen Regulator für das Algenwachstum. Wenn das Zooplankton weniger wird, können Algenblüten explodieren und das Wasser verderben.

Ein Restaurantbesitzer in Samut Prakan, Adisorn Jamsuksaward, hat die Herausforderung der Blackchin-Tilapia kreativ angepackt. In seinem Kor-Tae Seafood-Restaurant experimentiert er mit traditionellen thailändischen Gerichten und bietet die nicht einheimischen Fische sogar umsonst an, um seine Freunde zum Probieren zu ermutigen. Die Reaktionen sind vielversprechend, doch das allgemeine Interesse in Thailand bleibt eher verhalten. Es gibt Überlegungen, wie man die Blackchin-Tilapia wirtschaftlich nutzen kann, etwa als Tierfutter oder in der Gastronomie. Aber die Überproduktion macht es für Fischer schwierig, diese Fische gewinnbringend zu verkaufen.

Ursachen und Zukunft

Die Einführung invasiver Arten ist kein neues Problem. Menschliche Aktivitäten wie Fischerei, Aquakultur und der Handel mit Zierfischen tragen maßgeblich dazu bei. Mit dem Aufkommen globaler Handelsaktivitäten ist die Häufigkeit invasiver Arten stark angestiegen. Einige Wissenschaftler sehen in der Blackchin-Tilapia einen weiteren Beweis: Die Natur hat ihre eigenen Wege, sich zu regenerieren, aber menschliches Handeln verstärkt die Probleme. Der Ursprung der Blackchin-Tilapia in Thailand ist umstritten – es gibt sogar eine Klage gegen Charoen Pokphand Foods, die beschuldigt wird, für die Einführung der Art verantwortlich zu sein.

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Neue Überwachungsmethoden wie die Analyse von Umwelt-DNA (eDNA) und Unterwasser-Gesichtserkennung könnten helfen, invasiven Arten frühzeitig auf die Schliche zu kommen. Die Herausforderung bleibt jedoch enorm, und es ist ein Wettlauf gegen die Zeit. Denn solange wir uns nicht besser um unsere Gewässer kümmern, wird die Blackchin-Tilapia weiterhin ihr Unwesen treiben und das Leben vieler Menschen beeinflussen.