Heute ist der 9.05.2026 und während wir hier in Thailand die warmen Sonnenstrahlen genießen, gibt es an der Grenze zu Kambodscha eine ganz andere Realität. Die 11-jährige Sokna ist ein Beispiel dafür. Sie und ihre Familie leben in einem Displacement-Camp in Kambodscha, nachdem sie vor den gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Thailand und Kambodscha geflohen sind. Ihre Familie hat viele Jahre in Thailand verbracht, doch jetzt wohnen sie in einem Zelt auf dem Gelände eines buddhistischen Tempels. Die Umstände sind alles andere als ideal, und die Lebensbedingungen in den Camps sind prekär. Viele Menschen, über 34.440, darunter mehr als 11.000 Kinder, sind auf Hilfsgüter angewiesen und kämpfen ums Überleben.

Die Situation ist angespannt, da ein fragiler Waffenstillstand zwischen Thailand und Kambodscha besteht. Ende vergangenen Jahres wurde dieser Waffenstillstand am 27. Dezember 2022 erreicht, aber die Spannungen sind nach wie vor zu spüren. An der kambodschanischen Grenze kommt es immer wieder zu nationalistischen Protesten gegen die thailändische Besetzung. Der Konflikt hat im letzten Jahr bereits zu zwei Runden Kämpfen geführt, bei denen Dutzende ihr Leben verloren haben und Hunderttausende fliehen mussten. Die Rückkehr von über 860.000 kambodschanischen Migranten aus Thailand zeigt, wie ernst die Lage ist. Trotz des Waffenstillstands vom 28. Juli 2025 suchen viele Familien weiterhin Zuflucht in Displacement-Camps, die oft überfüllt und unzureichend ausgestattet sind.

Bildung und psychische Gesundheit der Kinder

Ein besonders besorgniserregender Aspekt ist die Bildung der Kinder im Camp. Sokna und ihre Schwester haben die Schule abgebrochen, seit sie ins Camp gezogen sind. Bildung für Kinder in den Camps ist fragmentiert, während Grundschüler lokale Schulen besuchen können, müssen Oberschüler oft lange Wege zurücklegen, bis zu 15 km täglich. Die steigenden Benzinpreise machen den Schulweg für Jugendliche, die auf Motorrädern angewiesen sind, zusätzlich schwierig. Es ist kaum zu fassen, dass viele Kinder aufgrund der prekären Lebensumstände und psychologischer Traumata nicht mehr lernen können. Mütter berichten, dass ihre Kinder mehr über den Konflikt hören und sich damit beschäftigen, als sich auf das Lernen zu konzentrieren.

Um der Gesundheitskrise in den Displacement-Camps entgegenzuwirken, hat die WHO in Zusammenarbeit mit dem kambodschanischen Gesundheitsministerium und anderen humanitären Partnern schnell reagiert. In den Camps wurden temporäre Erste-Hilfe-Stellen eingerichtet. Die WHO hat Notfallgesundheitskits für 10.000 Personen bereitgestellt, während schwerere Fälle an nahegelegene Gesundheitszentren verwiesen werden. Auch die Unterstützung bei der routinemäßigen Immunisierung, einschließlich COVID-19 und Masern-Röteln, wird in temporären Unterkünften in Regionen wie Siem Reap und Banteay Meanchey vorangetrieben. Dies ist besonders wichtig, da überfüllte Unterkünfte das Risiko von Krankheiten erhöhen, einschließlich lebensbedrohlicher wasser- und lebensmittelbedingter Krankheiten.

Die Rolle der Gemeinschaft und der Wunsch nach Frieden

Inmitten all dieser Herausforderungen gibt es Menschen wie Soeum Sokhem, einen stellvertretenden Dorfchef, der in einer militarisierten Zone lebt und regelmäßig zurückkehrt, um sich um seine Felder zu kümmern. Seine Erfahrungen mit Konflikten in Kambodscha haben ihn geprägt, und der Wunsch nach Frieden ist in seinen Worten spürbar. Es ist eine bittere Realität, dass der Frieden, den viele sich wünschen, so fern scheint. Das Gefühl der Unsicherheit schwingt in der Luft, und die Menschen sind gezwungen, sich mit der täglichen Angst auseinanderzusetzen, während sie versuchen, ein normales Leben zu führen.

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Die Gesundheitsversorgung, die Unterstützung von Bildungseinrichtungen und die Bemühungen um psychologische Hilfe sind entscheidend für die Menschen in diesen Camps. Die WHO plant die Entwicklung eines umfassenden Wiederherstellungsplans, um das Gesundheitswesen in Kambodscha zu stärken und den Menschen zu helfen, die unter den Folgen des Konflikts leiden. Aber die Frage bleibt: Wie lange kann diese fragile Situation noch bestehen bleiben, und wann wird der Frieden tatsächlich Einzug halten? Hier geht’s zur Quelle. Und hier zur WHO.