Heute ist der 29.05.2026 und ich sitze hier in Chiang Mai, umgeben von der bunten Kultur Thailands und dem Duft von scharfen Currys. In einer Welt, die immer schneller zu werden scheint, gibt es Menschen, die dem Trend des Fliegens trotzen und stattdessen zu Fuß, mit dem Zug oder dem Bus reisen. Ein faszinierendes Beispiel dafür ist Chris Robson, der zusammen mit dem Autor 1988 England verließ, um jedes von den UN anerkanntes Land zu besuchen. Seine Reise hat ihn durch die entlegensten Ecken der Welt geführt, und 2022 besuchte er unter anderem Libyen, Chad, Südsudan und Jemen, während sein Begleiter in Italien verweilte.
Chris hat noch zehn Länder vor sich, darunter Haiti, St. Vincent und St. Lucia, und er plant, seine Reisen bis Ende 2026 abzuschließen, nachdem er seine Karriere im Unternehmensbereich hinter sich gelassen hat. Solche Geschichten sind nicht nur inspirierend, sondern zeigen auch, wie vielfältig das Reisen sein kann. Die Plattform NomadMania, gegründet von Harry Mitsidis, verfolgt solche Reisenden, die oft eine Besessenheit für das Erleben jedes einzelnen Landes haben. Mitsidis selbst hat jedes Land bereits zweimal besucht – Respekt!
Die Reise als Lebensschule
Ein weiterer bemerkenswerter Reisender ist Thorbjørn “Thor” Pedersen aus Dänemark, der 2013 seine Reise begann und ohne zu fliegen die Welt erkundet. 2023 war er für 59 Tage in Tuvalu gestrandet – eine Erfahrung, die ihn dazu brachte, über die menschliche Natur nachzudenken. In Hongkong, wo er während der Pandemie zwei Jahre festsaß, arbeitete er sogar als Juniorassistent in einer Kirche und wurde zum „einzigen Touristen in Hongkong“ bekannt. Pedersen hat die Reise nicht nur als geografische Herausforderung gesehen, sondern als eine Schule des Lebens, die ihn über die Komplexität menschlichen Verhaltens lehrte.
Beindruckend ist auch die Geschichte von Rachel Davey, die als erste australische Frau gilt, die jedes Land besucht hat. Sie und ihre Partnerin Martina Sebova begannen 2018 mit ihrer Reise und, naja, wie das Leben so spielt, brachte die COVID-19-Pandemie sie in Micronesien zum Stillstand. Nach der Rückkehr nach Australien haben sie sich nun der Organisation von Frauenreisen durch ihre Firma „Very Hungry Nomads“ in Chiang Mai verschrieben.
Überland versus Flugreisen
Im Gespräch mit Mitsidis kommt zur Sprache, dass viele Mitglieder von NomadMania über Land reisen, was oft das Gefühl von Abenteuer und Entdeckung verstärkt. Natürlich bringt das Fliegen auch seine Vorteile mit sich, besonders wenn es darum geht, Verbindungen zu anderen Reisenden herzustellen. Aber wie Pedersen im Laufe seiner Reisen festgestellt hat, gibt es etwas Unvergleichliches an den Geschichten, die man auf dem Boden sammelt. Manchmal entdeckt man die tiefsten menschlichen Verbindungen, wenn man im Bus sitzt und mit einem Fremden ins Gespräch kommt.
Die Vielfalt der Erlebnisse, die Chris Robson, Thorbjørn Pedersen und Rachel Davey gemacht haben, zeigt, dass Reisen mehr ist als nur das Abhaken von Ländern auf einer Liste. Es ist ein Prozess, der uns lehrt, empathisch zu sein und die Welt in ihrer ganzen Komplexität zu sehen. Man könnte meinen, dass das Ziel das wichtigste ist – aber wie oft haben wir nicht festgestellt, dass die Reise selbst die wertvollsten Lektionen bereithält?