Am 31. Mai 2023 begann in Chiang Mai eine ganz besondere Veranstaltung, der Peace Walk for Rivers. Die Teilnehmer marschierten von der Tha Ton Bridge bis zur Mae Fah Luang Bridge in Chiang Rai, und das über fünf Tage. Die Atmosphäre war einfach elektrisierend, tausende Menschen haben sich zusammengefunden, um für den Schutz von sechs grenzüberschreitenden Flüssen zu demonstrieren. Diese Flüsse, besonders betroffen durch unregulierten Bergbau in Myanmar, sind mehr als nur Wasserläufe; sie sind Lebensadern für die Gemeinschaften hier.
Die chinesische Botschaft in Thailand hat auf eine Medienanfrage zur Umweltverschmutzung in den Nebenflüssen des Mekong reagiert. In ihrer Erklärung äußerten sie Besorgnis über die Schwermetallkontamination in thailändischen Gewässern, obwohl die thailändische Regierung die Wasserqualität als weitgehend sicher einstuft. Diese Aussage hat jedoch nicht nur Zustimmung gefunden; thailändische Zivilgesellschaftsgruppen und Akademiker waren alles andere als begeistert. Sie fordern mehr Transparenz und konkrete Maßnahmen, um die Wasserverschmutzung zu bekämpfen.
Die dunkle Seite des Bergbaus
Das thailändische Pollution Control Department hat in den letzten Jahren immer wieder hohe Schwermetallwerte in den Kok-, Sai- und Ruak-Flüssen festgestellt, die die Sicherheitsstandards überschreiten. Diese Kontaminanten gelangen über Fische und landwirtschaftliche Produkte in die Nahrungskette. Das ist nicht nur alarmierend, sondern auch ein riesiges Gesundheitsrisiko für die gesamte Region. Immer wieder wird die Untätigkeit der Regierung kritisiert. Die Bürger sind verärgert über die fehlenden Maßnahmen zum Schutz ihrer Gesundheit und Lebensgrundlagen.
Die Situation wird noch komplizierter durch die Entdeckung von 14 Gold- und Seltenmetall-Bergbaustätten im Sai-Flussbecken und acht im Kok-Flussbecken. Diese Bergbauaktivitäten haben zugenommen, vor allem in Gebieten, die unter der Kontrolle von Myanmars Militär und der United Wa State Army stehen. Berichte deuten darauf hin, dass chinesische Investoren dort mit minimaler Umweltüberwachung operieren, was die Sorge um die Umwelt zusätzlich verstärkt. Die Chemikalien, die im Bergbau verwendet werden, landen ohne Behandlung in den Gewässern und die gewonnenen Rohstoffe werden nach China zur Verarbeitung transportiert.
Ein Aufruf zum Handeln
Der Peace Walk zielt darauf ab, die thailändische Regierung zu einem entschlosseneren Handeln zu ermutigen. Am 5. Juni, dem Weltumwelttag und dem letzten Tag des Marsches, werden die Teilnehmer einen Brief an Premierminister Anutin Charnvirakul und den chinesischen Botschafter übergeben. Sie laden zu einem öffentlichen Forum in Chiang Rai ein, um die drängenden Umweltprobleme zu diskutieren und Lösungen zu finden.
Und es gibt noch mehr: Umweltorganisationen fordern die Mekong River Commission (MRC) auf, die Wasserverschmutzung im Mekong und seinen Zuflüssen als Notfall zu behandeln. Eine flussgebietsweite Überwachung der Wasserqualität ist dringend notwendig. Hintergrund ist eine Petition zivilgesellschaftlicher Organisationen, die während einer Sitzung des MRC-Rates in Chiang Rai eingereicht wurde. Das Hauptproblem? Die grenzüberschreitende Umweltverschmutzung durch illegale Bergbauaktivitäten im myanmarischen Shan-Staat. Hunderte von Minen operieren ohne ausreichende Umweltauflagen, und die giftigen Substanzen gelangen flussabwärts in den Mekong.
Die gegenwärtige Lage ist angespannt, und die Kritik am neuen Fünfjahres-Strategieplan der MRC wächst. Unkontrollierter Bergbau wird nicht ausreichend berücksichtigt, und die Zivilgesellschaft fordert eine Stärkung der Monitoring- und Prognosefähigkeiten, um die Umweltverschmutzung im Mekong-Becken zu bekämpfen. Die Zeit drängt – und es ist höchste Zeit für Veränderungen!