Hier in Chiang Mai, wo ich lebe, ist die Luftqualität oft ein heißes Thema. Gerade am 17. April 2023, als die Kinder im Unterstützungszentrum Baan Jongrak Masken trugen, um sich vor der schlechten Luft zu schützen, wurde uns einmal mehr bewusst, wie ernst die Lage ist. Luftverschmutzung ist nicht nur ein lästiges Problem, sondern eine der größten Bedrohungen für die menschliche Gesundheit. Das können wir nicht ignorieren!
Weltweit atmen 99% der Menschen täglich unsichtbare Mikropartikel aus verschmutzter Luft ein. Diese gelangen in den Blutkreislauf und können Zellen sowie Organe schädigen. Laut einem Bericht der Union for International Cancer Control (UICC) sind jährlich 7,9 Millionen Todesfälle auf Luftverschmutzung zurückzuführen. In Thailand suchten 2023 bereits 10 Millionen Menschen wegen durch Luftverschmutzung verursachter Krankheiten Behandlung. Und das sind nicht nur Zahlen – das sind echte Menschen, die unter Asthma, Atemwegserkrankungen, Herzinfarkten oder sogar Krebs leiden müssen. (Mehr dazu in einem ausführlichen Artikel von der Bangkok Post.)
Die Gefahren für Kinder und Jugendliche
Besonders besorgniserregend ist die Situation für unsere Kinder. Sie sind aufgrund ihrer schnelleren Atmung und der Tatsache, dass sie näher am Boden leben, besonders anfällig für die schädlichen Auswirkungen von Luftverschmutzung. Jungen müssen häufiger wegen Atemwegserkrankungen behandelt werden als Mädchen. Das ist ein Trend, der uns zum Nachdenken anregen sollte. Wenn wir die Lebensqualität für Kinder verbessern wollen, müssen wir die Luftschadstoffexposition in ihren Alltag einbeziehen.
Eine aktuelle Studie hat ergeben, dass 10% der Kinder die Luftqualität in ihrer Umgebung als schlecht empfinden und ein Drittel von ihnen berichtet von Beschwerden durch Luftverschmutzung. Das sind alarmierende Zahlen! (Siehe die DAK-Gesundheit für mehr Informationen.)
Maßnahmen und Herausforderungen
Die thailändische Regierung ist sich des Problems bewusst und hat kürzlich das Clean Air Bill zur erneuten Prüfung im Parlament genehmigt. Es gibt jedoch noch viel zu tun. Maßnahmen wie strenge Fahrzeugemissionsstandards, Anreize für Elektrofahrzeuge und die Schaffung von sauberen Luftzonen sind dringend erforderlich. Es ist nicht nur eine Frage der Gesundheit, sondern auch eine wirtschaftliche Angelegenheit – die Luftverschmutzung kostet die globale Wirtschaft jährlich 6 Billionen US-Dollar, das sind etwa 5% des globalen BIP. In Südostasien allein belaufen sich die wirtschaftlichen Verluste auf 600 Milliarden US-Dollar. Wir müssen handeln, um die Gesundheit der Menschen zu verbessern und die Belastung der Gesundheitssysteme zu verringern.
Ein Blick nach Deutschland zeigt, dass die Problematik nicht nur hier, sondern global besteht. Auch dort sind die Konzentrationen von Stickstoffdioxid (NO2) und Feinstaub (PM) gemäß WHO-Richtwerten zu hoch. Die gesundheitlichen Auswirkungen sind gravierend – von der Beeinträchtigung der Lungenfunktion bis hin zu erhöhtem Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen. Auch Ozon kann bei hohen Konzentrationen schädlich sein. Das zeigt, wie wichtig es ist, nicht nur in Thailand, sondern überall auf der Welt nachhaltige Lösungen zur Luftreinhaltung zu finden. (Siehe dazu auch das Umweltbundesamt.)