In der Chaoshan-Region in der Provinz Guangdong, China, gibt es eine kulturelle Perle, die viele vielleicht noch nicht entdeckt haben: die Chaoju-Oper. Sie ist nicht nur ein Teil des kulturellen Erbes dieser Region, sondern wird auch in Ländern wie Thailand, Vietnam, und Malaysia geschätzt. Ein neuer Film, „Dear You“, hat kürzlich für Aufsehen gesorgt, indem er die Herzen der Zuschauer eroberte. Der Plot dreht sich um einen jungen Mann, der nach Thailand reist, um seinen lange verlorenen Großvater zu finden und ein Familiengeheimnis zu lüften. Die Themen Familie, Erinnerung und Heimkehr berühren viele Menschen und spiegeln die tiefen Wurzeln der Chaoshan-Kultur wider. Die Geschichte wird durch die lebendigen Traditionen der Region, wie die Clan-Kultur und die Volkskunst, bereichert. Lin Yanyun, eine preisgekrönte Chaoju-Opernschauspielerin, hat eine besondere Verbindung zu diesem Film, da viele der Schauspieler aus ihrer Truppe stammen und sie selbst als Kind viele Aufführungen besucht hat. Chaoju-Oper wird fast ausschließlich im Chaoshan-Dialekt aufgeführt und hat eine einzigartige Besetzung, die Instrumente wie Erxian, Yehu und Suona umfasst. Diese Tradition reicht fast 600 Jahre zurück und spielt eine zentrale Rolle im Gemeinschaftsleben, besonders bei Feierlichkeiten und Zeremonien. Die Einflüsse der Chaoju-Oper gehen sogar über China hinaus und finden sich in verschiedenen Kulturen wieder. [Quelle]

Teochew-Oper: Eine Reise durch die Zeit

Die Teochew-Oper, auch bekannt als Chaozhou- oder Chiuchow-Oper, ist eine Variante dieser Kunstform, die ihren Ursprung in der Chaoshan-Region hat. Sie erfreut sich großer Beliebtheit nicht nur in Guangdong, sondern auch in Ländern wie Thailand, Vietnam, Singapur, und Malaysia. Besonders interessant ist, dass die Teochew-Oper eine eigene künstlerische Handschrift hat: Sie ist leicht, lyrisch und die Darbietungen sind lebhaft. Clownrollen nehmen eine zentrale Rolle ein – im Gegensatz zu anderen chinesischen Opern, wo sie oft Nebenfiguren sind, sind sie hier die Protagonisten. Ursprünglich entwickelte sich die Oper aus der Nanxi-Tradition während der Song- und Yuan-Dynastien und hat sich über die Jahrhunderte hinweg weiterentwickelt. Die Musik wird von verschiedenen Instrumenten begleitet und unterteilt sich in die lyrischen (Wenchang) und martialischen (Wuchang) Abschnitte. Diese Kunstform wird nicht nur zur Unterhaltung, sondern auch bei religiösen und Ahnenzeremonien aufgeführt, was ihre kulturelle Bedeutung unterstreicht. In Thailand hat die Teochew-Oper eine über einhundertjährige Geschichte und hat sich an die lokale Kultur angepasst, indem sie thailändische Sprache und Musik integriert. Trotz der Herausforderungen einer alternden Zuschauerbasis wird die Tradition weiterhin gepflegt. [Quelle]

Die Bedeutung der Teochew-Oper in Thailand

Die Teochew-Oper hat eine lange Geschichte, die bis ins 17. Jahrhundert zurückreicht, als sie nach Thailand kam. Besonders in Bangkok blühten die Truppen auf, die nicht nur lokal tourten, sondern auch in umliegenden Ländern wie Singapur und Vietnam auftraten. Im Laufe der Jahre, besonders während der Migration in den 1920er Jahren, wurde die Oper modernisiert und lokalisiert. Dies führte zu Anpassungen der traditionellen Stücke und zur Schaffung neuer, zeitgemäßer Geschichten. Ein bemerkenswerter Punkt ist, dass die erste thailändische Teochew-Oper, „Judge Bao’s Trial of His Nephew“, 1982 inszeniert wurde und thailändische Elemente integrierte. In den letzten Jahren gab es einen Anstieg der medialen Aufmerksamkeit für die Teochew-Oper, was zur Produktion neuer Werke führte, darunter „Watch The Tide“. Zudem wurde im Jahr 2021 ein Bachelor-Programm für Teochew-Oper gegründet, um die nächste Generation von Künstlern auszubilden. Diese Entwicklungen zeigen, wie lebendig und relevant die Teochew-Oper auch heute noch ist und wie sie als kulturelles Bindeglied für die Teochew-Gemeinschaft weltweit fungiert. [Quelle]