Am Samstag versammelten sich in Bangkok hunderte Trauergäste in Schwarz am königlichen Palast. Der Anlass war die Ankunft des Körpers von Prinzessin Bajrakitiyabha, die am Donnerstag im Alter von 47 Jahren verstorben war. Für viele war das ein schmerzhafter Moment, denn die Prinzessin war mehr als drei Jahre lang im Koma gelegen, bedingt durch eine Herzkrankheit. Es war eine stille, aber eindrucksvolle Zeremonie, als der Leichnam von Chulalongkorn Hospital zum Grand Palace überführt wurde. Die Trauernden, darunter auch Donnapha Kladbupha, eine 54-jährige Englischlehrerin und selbsternannte Royalistin, äußerten ihre Trauer und warteten geduldig auf die Ankunft des Körpers.

Ein buddhistisches Ritual begleitete die Trauerfeier. Heiliges Wasser wurde in eine Zeremonialschale gegossen, die vor dem Porträt der Prinzessin stand. Solche Traditionen sind tief verwurzelt in der thailändischen Kultur und zeigen den Respekt, den die Menschen ihrer königlichen Familie entgegenbringen. Sicherheit wurde großgeschrieben: Die Zeremonie fand unter strengen Sicherheitsvorkehrungen statt, mit formeller Kleidung der Anwesenden und einem eingeschränkten Zugang für die Medien. Die thailändische Regierung hat bisher keine Details zur Beerdigung der Prinzessin bekannt gegeben, aber es wurde bereits angekündigt, dass die Flaggen für 15 Tage auf Halbmast gesetzt werden.

Ein Leben im Dienst der Öffentlichkeit

Bajrakitiyabha, das erste Enkelkind von König Bhumibol Adulyadej (Rama IX.), wurde in eine Welt hineingeboren, in der der Dienst an der Öffentlichkeit eine zentrale Rolle spielte. Ihre Ausbildung war beeindruckend: Sie besuchte die Heathfield School in England und studierte Rechtswissenschaften an der Thammasat-Universität sowie internationale Beziehungen an der Offenen Universität Sukhothai Thammathirat. 2002 erwarb sie den akademischen Grad Master of Laws (LL.M.) an der Cornell Law School und wurde 2005 zum Doctor of the Science of Law (J.S.D.) promoviert. Ihr beruflicher Weg führte sie zuerst zur thailändischen Ständigen Vertretung bei den Vereinten Nationen in New York und später als Staatsanwältin in Bangkok.

Im Jahr 2012 wurde sie zur Botschafterin in Österreich ernannt und war auch ständige Vertreterin bei den UN und internationalen Organisationen in Wien. Sie führte ihre diplomatische Karriere bis 2014 fort und kehrte dann nach Thailand zurück. Besonders bemerkenswert ist, dass sie nach der Krönung ihres Vaters im Mai 2019 mit dem höchsten Prinzessinnenrang Chao Fa ausgezeichnet wurde. Zudem war sie sportlich aktiv und nahm an Langstreckenläufen und Radsportveranstaltungen teil, was ihre vielseitige Persönlichkeit unterstreicht.

Gesundheit und Herausforderungen

Leider war ihre Gesundheit von schweren Herausforderungen geprägt. Am 14. Dezember 2022 verlor sie während des Trainings das Bewusstsein und wurde ins Chulalongkorn-Krankenhaus gebracht, wo festgestellt wurde, dass eine schwere Herzrhythmusstörung vorlag. Trotz der Bemühungen der Ärzte erlangte sie nie wieder das Bewusstsein und war auf lebenserhaltende Maßnahmen angewiesen. Die thailändische Bevölkerung zeigte viel Mitgefühl; zwischen dem 8. und 15. Januar 2023 traten über 7000 Menschen vorübergehend in den buddhistischen Mönchsstand ein, um für ihre Genesung zu beten. Tragischerweise starb sie am 11. Juni 2026.

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Der Fall von Bajrakitiyabha wirft auch einen Blick auf das thailändische Gesundheitssystem. Thailand hat in den letzten Jahrzehnten enorme Fortschritte erzielt und gilt als Vorbild für andere Entwicklungsländer. Mit dem „Universal Coverage Scheme“ (UCS) von 2002 wird versucht, fast alle Bürger zu versorgen. Trotz dieser Fortschritte gibt es Herausforderungen, wie die finanzielle Nachhaltigkeit des Systems, die durch eine alternde Bevölkerung und steigende Gesundheitskosten gefährdet ist. Die Tragödie um die Prinzessin ist ein Beispiel dafür, wie wichtig die kontinuierliche Verbesserung und Anpassung des Gesundheitssystems ist, um den Bedürfnissen der Bevölkerung gerecht zu werden.

Inmitten dieser Trauer wird die Prinzessin mit höchsten königlichen Ehren im Großen Palast aufgebahrt. Ihre Lebensgeschichte und ihr Dienst an der Gesellschaft werden weiterhin in Erinnerung bleiben.