Heute ist der 23.06.2026 und in Bangkok gibt es viel zu besprechen. Ein Thema, das in letzter Zeit immer wieder auftaucht, ist der Rückgang der Geburtenraten in Südostasien. In Manila, den Philippinen, sieht man junge Paare oft mit Kinderwagen, aber komischerweise sind es oft Hunde, die darin sitzen, anstatt Babys. Rita Linda Dayrit, eine Großmutter und ehemalige Präsidentin der Pro-Life Philippines Foundation, hat große Bedenken hinsichtlich dieses Trends geäußert. Die Geburtenrate auf den Philippinen ist auf 1,7 gesunken, was unter der Ersatzrate von 2,1 liegt, die notwendig ist, um die Bevölkerung zu halten. Noch in den 1990er Jahren brachte eine durchschnittliche Filipina vier oder mehr Kinder zur Welt. Was ist da passiert?

Der Rückgang der Geburtenraten wird unter anderem auf veränderte Werte in der Mittelschicht zurückgeführt, die Karriere über Familiengründung stellen. Ein ähnliches Bild zeigt sich in Thailand, wo die Geburtenrate auf alarmierende 0,9 gefallen ist, sogar niedriger als in Japan. Die thailändischen Behörden warnen vor einer „demografischen Krise“, da immer mehr junge Thais, wie der Fabrikleiter Tou Manomaiphibul, aus finanziellen Gründen und individuellen Lebensentscheidungen weniger Kinder haben möchten. Ein Umfrageergebnis zeigt, dass fast die Hälfte der kinderlosen thailändischen Erwachsenen nicht plant, Kinder zu bekommen. Interessanterweise wird der gesellschaftliche Druck, kinderlos zu bleiben, langsam weniger, was man an Stimmen wie die von Sirada Krittayaruesiriwat erkennen kann, die mit ihrer Entscheidung zufrieden ist.

Ein Blick auf die Ursachen

Die Gründe für den Rückgang sind vielfältig. Zugang zu Bildung für Frauen spielt eine zentrale Rolle, denn viele Frauen heiraten später und entscheiden sich für weniger Kinder. Laut einem Bericht des UN-Bevölkerungsfonds (UNFPA) wird jedoch auch auf die steigenden Lebenshaltungskosten und die anhaltende Geschlechterungleichheit hingewiesen. Diese Faktoren führen dazu, dass viele Menschen, vor allem Frauen, das Gefühl haben, ihre Freiheit zur Familiengründung wird ihnen verwehrt. In einer Umfrage in 14 Ländern gaben 39 % der Befragten finanzielle Einschränkungen als Hauptgrund für weniger Kinder an. Auch Zukunftsängste und Arbeitsplatzunsicherheit sind große Themen.

Das Bild, das sich hier abzeichnet, ist besorgniserregend. Ein Drittel der Erwachsenen hat ungewollte Schwangerschaften erlebt – das ist eine Zahl, die nachdenklich stimmt. Zudem fühlen sich viele unter Druck, Kinder zu bekommen, die sie eigentlich nicht möchten. Der UNFPA-Bericht warnt außerdem vor einfachen Lösungen wie Baby-Boni oder Geburtenzielen, die oft nicht nur ineffektiv sind, sondern auch die Menschenrechte verletzen können. Regierungen sollten vielmehr Barrieren zur Elternschaft abbauen, beispielsweise durch Investitionen in Wohnraum und gute Arbeitsplätze. Und nicht zu vergessen, die Immigration wird als eine Schlüsselstrategie zur Bekämpfung des Arbeitskräftemangels genannt.

Die gesellschaftlichen Folgen

Der gesellschaftliche Wandel ist unübersehbar. In Thailand wird das Bild einer kinderlosen Zukunft immer normaler, während die Philippinen trotz ihrer Geburtenrate von 1,7 im Vergleich zu anderen Ländern relativ gut dastehen. Aber auch hier gibt es Bedenken hinsichtlich sich verändernder Familienstrukturen. Dayrit macht auf die steigende Zahl von Pflegeheimen aufmerksam und betont die Bedeutung des menschlichen Bevölkerungswachstums. Es ist eine merkwürdige Zeit, in der die Gesellschaft von der Kindererziehung zu Haustierhaltung übergeht.

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Der Druck auf die Regierungen wächst, nicht nur junge Familien zu unterstützen, sondern auch Maßnahmen zur Förderung eines gesunden Alterns und zur Unterstützung älterer Menschen zu entwickeln. Die demografischen Veränderungen könnten dazu führen, dass in Zukunft nur noch 3 % der Bevölkerung aus Kindern besteht, während der Rest immer älter wird. Es bleibt abzuwarten, wie sich diese Entwicklungen auf die Gesellschaft und die Wirtschaft auswirken werden.