In der heutigen Zeit faszinieren uns nicht nur die prächtigen Wolkenkratzer, die in den Himmel ragen, sondern auch jene, die im Schatten ihrer eigenen Ambitionen verblassen. Weltweit gibt es unvollendete oder verlassene Bauprojekte, die einst als prestigeträchtige Vorhaben galten und nun als „Geistertürme“ bekannt sind. Diese imposanten, jedoch ungenutzten Strukturen erzählen Geschichten von gescheiterten Träumen und wirtschaftlichen Turbulenzen. Ein Blick auf einige der eindrucksvollsten Beispiele zeigt, wie schnell Bauprojekte in den Ruin geraten können. Eine ausführliche Analyse dieser Phänomene findet sich in einem Artikel auf Reisereporter.

Der Sathorn Unique Tower in Bangkok, Thailand, ist ein leuchtendes Beispiel für ein solches Schicksal. Mit einer Höhe von 185 Metern begann der Bau in den 1990er-Jahren, wurde jedoch aufgrund der Asienkrise abrupt eingestellt. Der Turm gilt als verflucht, da er einen Schatten auf den nahegelegenen Tempel Wat Yannawa wirft und auf einem ehemaligen Friedhof errichtet worden sein soll. 2017 wurde im 43. Stockwerk die Leiche eines Schweden gefunden, was die mysteriöse Aura des Gebäudes nur verstärkt. Der Turm bleibt ungenutzt und wird von Sicherheitspersonal bewacht.

Die höchsten Geistertürme der Welt

Ein weiteres beeindruckendes Beispiel ist der Goldin Finance 117 in Tianjin, China. Mit einer Höhe von 597 Metern und 128 Stockwerken sollte dieser Wolkenkratzer einst als dritthöchstes Gebäude der Welt herausragen. Der Bau begann im Jahr 2008, wurde jedoch 2015 aufgrund finanzieller Probleme im chinesischen Immobilienmarkt und strenger Vermarktungsregeln eingestellt. Interessanterweise wird das Projekt nun nach über einem Jahrzehnt unvollendeten Zustands doch fertiggestellt. Ein neuer Bauvertrag über etwa 78 Millionen Dollar wurde im Mai 2025 unterzeichnet, und die chinesischen Behörden planen, das Gebäude bis 2027 fertigzustellen, was die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen seit 2015 widerspiegelt. Die baulichen Herausforderungen werden jedoch nicht zu unterschätzen sein, da die Tragstruktur, Fassadenelemente und technische Anlagen auf ihre Tauglichkeit überprüft werden müssen, nachdem das Gebäude zehn Jahre ungenutzt war. Mehr dazu erfahren Sie auf Baublatt.

Das Oceanwide Plaza in Los Angeles, USA, ist ein weiteres Beispiel, das 2015 mit dem Bau von 504 Luxuswohnungen, einem Fünf-Sterne-Hotel und einem Einkaufszentrum begann. Doch der Baustopp im Jahr 2019, bedingt durch finanzielle Probleme und politische Spannungen, führte zu Vandalismus im Jahr 2024, der durch Sprayer und Basejumper verursacht wurde. Auch das Ryugyong-Hotel in Pjöngjang, Nordkorea, bleibt ein rätselhafter Ort. Es gilt als das höchste ungenutzte Hotel der Welt mit 3000 Zimmern, dessen Bau 1987 begann. Seit 2018 werden LED-Lichter für Propaganda-Zwecke verwendet.

Die Herausforderungen des Hochhausbaus

In den USA gibt es auch das Sterick Building in Memphis, das 1930 erbaut wurde und eine Höhe von 111 Metern hat. Nachdem es 1986 geräumt wurde, da es veraltet war und hohe Renovierungskosten erforderte, wurde das Gebäude 2023 von Constellation Properties gekauft, um es zu revitalisieren. Ein weiteres Beispiel ist der Torre de David in Caracas, Venezuela, der 1990 begonnen, aber 1994 wegen finanzieller Probleme eingestellt wurde. Ab 2007 besetzten Slumbewohner das Gebäude, lebten dort und eröffneten kleine Geschäfte. 2014 wurde ein Großteil der Bewohner umgesiedelt, und 2018 wurde der Turm durch ein Erdbeben beschädigt.

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Die Herausforderungen des Hochhausbaus sind nicht zu unterschätzen. In Deutschland beispielsweise sind Hochhäuser teurer im Bau als konventionelle Gebäude. Ab einer Höhe von 22 Metern gelten besondere Bauvorschriften gemäß der Musterbauordnung, die strenge Auflagen für Brandschutz, Flucht- und Rettungswege sowie spezielle Aufzugsanlagen erfordern. Die Baukosten können sich im Vergleich zu herkömmlichen Bauten verdoppeln und steigen sprunghaft bei bestimmten Höhen. Grundstückskosten machen in Städten wie München bis zu 45 Prozent der Gesamtkosten aus. Um den Herausforderungen des Hochhausbaus zu begegnen, setzen Experten und Politik auf modulares oder serielles Bauen als mögliche Lösung für günstigeres Bauen. Weitere Informationen dazu finden Sie auf BR24.