In den letzten Wochen hat der Fall von Dong Yuyu, einem inhaftierten chinesischen Journalisten, international für Aufsehen gesorgt. Die Umstände seiner Festnahme sind dramatisch: Er wurde während eines Mittagessens mit einem japanischen Diplomaten im Jahr 2022 verhaftet und 2024 wegen Spionage zu sieben Jahren Haft verurteilt. Das wirklich Besorgniserregende? Seine Gesundheit. Dongs Familie und Aktivisten fordern jetzt seine sofortige Freilassung aus gesundheitlichen Gründen. Er wurde am 27. April in ein gefängnisaffiliertes Krankenhaus in Tianjin eingeliefert, nachdem Ärzte Herzrhythmusstörungen und einen Lungentumor festgestellt hatten, den die Familie als möglicherweise bösartig befürchtet. In einem Gefängnis, wo er lange Stunden mit der Herstellung von Kleidung beschäftigt war, hatte er kaum Zeit, sich zu erholen.
Sein Sohn, Dong Yifu, der in den USA lebt, setzt sich unermüdlich für die Freilassung seines Vaters ein. Er ist nicht allein in seinem Anliegen. Aleksandra Bielakowska von „Reporter ohne Grenzen“ fordert internationalen Druck auf Peking, um Dong Yuyus Freilassung zu erreichen und ihm die Erlaubnis zur Auslandsreise für eine medizinische Behandlung zu gewähren. Die Hoffnung der Familie ist, dass Dongs Schicksal beim bevorstehenden Gipfel zwischen dem US-Präsidenten Donald Trump und dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping zur Sprache kommt. Immerhin hat Dong auch für andere Publikationen wie die chinesischsprachige Website der New York Times geschrieben und sich in seinen Artikeln für Themen wie verfassungsmäßige Demokratie, politische Reformen und Transparenz in der Politik eingesetzt – allesamt Tabuthemen in der heutigen chinesischen Gesellschaft.
Die Situation der Pressefreiheit in China
Die Situation für Journalisten in China ist alarmierend. Laut „Reporter ohne Grenzen“ steht das Land im Pressefreiheits-Ranking auf dem vorletzten Platz, nur hinter Nordkorea. Unter der Führung von Xi Jinping hat sich das politische Umfeld weiter verschlechtert. Über 100 Medienschaffende sind derzeit inhaftiert, und die Vorwürfe gegen sie reichen von Spionage bis hin zu Umsturzversuchen. Die Haftbedingungen sind teils entsetzlich, und mehr als zehn inhaftierte Journalisten könnten im Gefängnis sterben, wenn sie nicht freigelassen werden. Misshandlungen und eine unzureichende medizinische Versorgung sind in den Gefängnissen dokumentiert.
In Hongkong, wo einst weitreichende Freiheiten und Autonomie zugesichert wurden, spüren Medienschaffende die Auswirkungen des Nationalen Sicherheitsgesetzes von 2020. Zahlreiche Journalisten wurden seit dessen Inkrafttreten festgenommen. Jimmy Lai, der Gründer der geschlossenen Zeitung „Apple Daily“, droht lebenslange Haft. Die Lage wird immer prekärer, und selbst ehemalige Chefredakteure von geschlossenen Nachrichtenseiten stehen vor Gericht, während andere, wie Yin Bong Lam, versuchen, ihren Platz in der Medienlandschaft neu zu definieren.
Die Probleme, die Dongs Fall aufwirft, sind Teil eines größeren Puzzles, das die Herausforderungen für die Pressefreiheit in China und Hongkong umfasst. Es ist ein Thema, das uns alle betrifft, egal, wo wir leben. Die Stimmen von Journalisten wie Dong Yuyu müssen gehört werden, und die internationale Gemeinschaft spielt eine entscheidende Rolle, wenn es darum geht, Druck auf autoritäre Regierungen auszuüben.