Brandkatastrophe in Bangkok: Über 30 Tote und dringender Handlungsbedarf bei Sicherheitsvorschriften
In Bangkok hat ein verheerender Brand in einem Musikbar über 30 Menschen das Leben gekostet, mehr als 70 wurden verletzt. Dies geschah an einem Sonntagabend, und die Zahl der Toten stieg auf 33, während am Donnerstag noch 27 Personen im Krankenhaus lagen. Die meisten Opfer starben an Rauchvergiftungen; einige erlitten tödliche Verbrennungen. Die Rong Beer Na Ladprao Bar, in der der Vorfall passierte, konnte laut eigenen Angaben bis zu 600 Gäste aufnehmen, die tatsächliche Zahl der Anwesenden während des Feuers ist jedoch unklar. Die Ursache des Feuers wird derzeit untersucht, und Experten vermuten, dass Überfüllung, brennbare Materialien und blockierte Ausgänge mögliche Faktoren waren. Interessant ist, dass die primäre Regelung für Nachtlebensstätten in Thailand das Entertainment Place Act ist, das 1966 in Kraft trat und zuletzt 2012 aktualisiert wurde. Diese Aktualisierungen beinhalteten Anforderungen an feuerfeste Materialien, Rauchabzugsanlagen, Sprinkler und angemessene Fluchtwege. Diese Vorschriften gelten jedoch nur für lizenzierte Einrichtungen innerhalb bestimmter Zonen in Bangkok. Die Na Ladprao Bar war als Restaurant mit Live-Musik registriert und betrieb sich außerhalb der festgelegten Unterhaltungszonen.
In vielen Fällen umgehen die Betreiber die Sicherheitsvorschriften, indem sie sich als Restaurants registrieren – was zu weniger strengen Anforderungen führt. In Thailand gibt es 55 Provinzen, in denen das Zonenrecht für Unterhaltungsstätten durchgesetzt wird, 22 Provinzen hingegen erteilen keine Lizenzen für Unterhaltungsstätten. Diese Gesetzeslücken ermöglichen es den Unternehmen, strenge Sicherheitsstandards zu umgehen und milder bestraft zu werden. Premierminister Anutin Charnvirakul hat bereits die Notwendigkeit einer Überprüfung des Gesetzes anerkannt. Der ehemalige Präsident der Bauexpertenvereinigung betonte die Wichtigkeit von Inspektionen, die auf der tatsächlichen Nutzung der Gebäude basieren sollten, anstatt nur auf deren Lizenzierung.
Brandschutz und Sicherheitsinspektionen
Nach dem tragischen Brand im Santika wurden landesweite Inspektionen von Pubs, Bars und Nachtclubs angeordnet. Diese Inspektionen überprüften nicht nur die Feuerausgänge, sondern auch die Belegungszahlen, Lizenzen und die allgemeine Gebäudesicherheit. Hunderte Einrichtungen wurden inspiziert, und einige mussten aufgrund von Verstößen vorübergehend schließen. Amorn Pimanmas, Präsident der Thai Structural Engineers Association, forderte sogar eine „Revolution“ in Bezug auf Brandschutzverfahren und stellte klar, dass es nicht am Fehlen von Gesetzen liege, sondern an der strikten Durchsetzung dieser Gesetze.
Die Ermittler untersuchen Berichte über blockierte oder verschlossene Notausgänge – viele der Opfer wurden in Badezimmern gefunden. Sanga, der Präsident einer Geschäftsvereinigung, wies auf gefährliche Praktiken hin, wie das Abschließen von Notausgängen, die oft aus Bequemlichkeit oder Nachlässigkeit übersehen werden. Dringender Handlungsbedarf ist auch bei der Überprüfung der Zonen- und Geschäftsklassifizierungsgesetze gegeben, da einige Orte als Restaurants registriert sind, aber als Nachtclubs betrieben werden. Die Rong Beer Na Ladprao Bar war als Restaurant mit Live-Musik lizenziert und nicht als Unterhaltungsort, weshalb sie von strengeren Brandschutzanforderungen ausgeschlossen war. Ähnlich war es auch beim Santika, das ebenfalls als Restaurant lizenziert war, aber jahrelang illegal als Nachtclub operierte.
Regierungsmaßnahmen und Sicherheitsstandards
Während der COVID-19-Pandemie beantragten viele Nachtleben-Betriebe Restaurantlizenzen, um unter den Gesundheitsvorschriften wieder zu öffnen. Kritiker behaupten, dass einige dieser Betriebe weiterhin hauptsächlich als Bars oder Clubs agieren, während sie formell als Restaurants lizenziert bleiben, was zu Grauzonen in der Regulierung und Sicherheitsüberwachung führt. In Pattaya, wo ich lebe, gab es unlängst unangekündigte Kontrollaktionen im Rahmen der nationalen Initiative „Operation 90 Tage“. Das Ziel dieser Initiative ist es, die Sicherheitsstandards in den Unterhaltungsbetrieben zu erhöhen, Drogenprävention zu fördern und die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften sicherzustellen.
Am 2. Juli leitete Pichanon Thawisuk, der stellvertretende Bezirkschef von Banglamung, eine Inspektion mit über 20 Verwaltungsbeamten und überprüfte mehrere bekannte Unterhaltungslokale in Pattaya. Diese Überprüfungen umfassten Stichproben-Drogentests beim Barpersonal, die Gültigkeit der Betriebsgenehmigungen und die Funktionstüchtigkeit der Brandschutzsysteme. Es war ein positives Zeichen, dass alle Drogentests negativ waren und keine Beanstandungen bei den Dokumenten und Sicherheitsprüfungen auftraten. Die Behörden betonen den Schutz der Besucher, insbesondere in Lokalen, die internationale Touristen anziehen. Wie wichtig Brandvorsorge und Evakuierungspläne sind, wird jetzt klarer denn je.
