Am 23. April 2026, um 10:55 Uhr GMT+7, wurde Lt. Col. Wirot Ketumanee, einer von fünf Verdächtigen in einem versuchten Mordfall, festgenommen. Dies geschah unter der Aufsicht von Pol. Maj. Gen. Prayong Khotsakha, dem Kommandeur der Provinzpolizei Narathiwat, und Pol. Col. Ekachai Wichian, dem stellvertretenden Kommandeur der Ermittlungen in den südlichen Grenzprovinzen. Der Haftbefehl des Narathiwat Provincial Court bezieht sich auf einen Vorfall, der sich am 20. März 2026 ereignete.
Der Tatort war vor dem Wohnsitz des Abgeordneten Kamolsakak Liwamo im Bacho District der Provinz Narathiwat. Bei diesem Angriff, der gegen 1 Uhr morgens stattfand, feuerte eine Gruppe bewaffneter Männer, die in einem Pickup mit M-16-Gewehren unterwegs waren, auf den Minivan des Abgeordneten. Kamolsak blieb unverletzt, jedoch wurden sein Fahrer und ein verfolgender Polizeibeamter schwer verletzt. Die Festnahme des Verdächtigen erfolgte durch ein Navy Marine Special Task Force Flugzeug im Kok Kian Subdistrikt, Muang District, Narathiwat. Diese Informationen stammen aus einem Bericht von Thairath.
Hintergründe zum Attentatsversuch
Der versuchte Mord an Kamolsakak Liwamo hat die Aufmerksamkeit von Menschenrechtsorganisationen auf sich gezogen. Human Rights Watch fordert eine dringende, gründliche und unparteiische Untersuchung des Vorfalls. Kamolsak, ein muslimischer Abgeordneter und Menschenrechtsanwalt, hat sich in der Vergangenheit für die Rechte von Minderheiten und gegen Menschenrechtsverletzungen ausgesprochen. Sein Engagement zeigt sich unter anderem in seiner Arbeit mit der Muslim Attorney Center Foundation.
Bei dem Angriff am 20. März feuerten die mutmaßlichen Schützen auf Kamolsaks Fahrzeug, als dieser nach Hause zurückkehrte. Während er selbst unverletzt blieb, erlitten sein Fahrer und sein Assistent schwere Verletzungen. Die Behörden haben bereits Haftbefehle gegen drei mutmaßliche Schützen erlassen, die ehemalige Militärangehörige sind. Einer der Schützen, ein ehemaliger Marine, wurde festgenommen, während die anderen beiden auf der Flucht sind. Die Polizei stellte einen weißen Toyota-Pickup sicher, der beim Internal Security Operations Command registriert ist, das für sicherheitsrelevante Operationen in der Region zuständig ist. Diese Informationen wurden von Human Rights Watch bereitgestellt.
Politische Implikationen und internationale Reaktionen
Der Vorfall wird als entscheidende Prüfung für die thailändische Regierung im Hinblick auf ihre Verpflichtungen zum Schutz der Menschenrechte angesehen. Die wiederholten Regierungen Thailands haben in der Vergangenheit versagt, Fälle von Angriffen auf Menschenrechtsverteidiger, Aktivisten und Politiker zu verfolgen. Dies geschieht in einem Kontext, in dem das Europäische Parlament Thailand für die Abschiebung von Uiguren nach China verurteilt hat. In einer Resolution vom 13. März 2025 forderten die Abgeordneten umfassende Reformen, darunter die Änderung des Majestätsbeleidigungsgesetzes und die Freilassung politischer Gefangener. Diese Resolution wurde als Antwort auf die schwerwiegenden Menschenrechtsverletzungen in Thailand verabschiedet, die auch die Behandlung von Aktivisten und Minderheiten betreffen.
Der Druck auf die thailändischen Behörden wächst, insbesondere in Anbetracht der faktischen Untätigkeit bei der Bekämpfung von Bedrohungen gegen muslimische Menschenrechtsverteidiger und ihrer unzureichenden Reaktion auf die Gewalt gegen diese Gruppen. Die internationale Gemeinschaft beobachtet die Entwicklungen genau und erwartet von der thailändischen Regierung, dass sie die notwendigen Schritte unternimmt, um die Menschenrechte zu schützen und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.