Heute ist der 7.05.2026, und während ich hier in Thailand sitze, merke ich, wie sich die Stimmung unter den Einheimischen und den Touristen verändert. Es gibt unübersehbare Zeichen dafür, dass die Regierung sich um die wachsenden Probleme mit ausländischen Besuchern kümmert. Prime Minister Anutin Charnvirakul hat angesichts steigender Missbrauchsfälle klare Maßnahmen angekündigt. Ein harter Kurs, der sich mit den Vorfällen von öffentlichem Fehlverhalten, Diebstählen und skurrilen Aktionen von Touristen beschäftigt. Die jüngsten Vorkommnisse haben eine Welle der Empörung ausgelöst, die man in den Cafés und an den Stränden förmlich spüren kann.

So wurde beispielsweise ein Ausländer beschuldigt, auf einem Essensstand in Phuket zu defäkieren, nachdem es zu einem Streit gekommen war. Und in Pattaya – na ja, da haben gleich vier Paare in der Brandung ihre „Zuneigung“ ausgelebt. Das kommt nicht gut an, gerade in einem Land, das für seine Gastfreundschaft bekannt ist. Darüber hinaus fielen im April 2023 die internationalen Ankünfte um 7 % im Vergleich zum Vorjahr, mit einem besonders starken Rückgang aus Europa von fast 16 %. Die Regierung hatte eigentlich mit 33,5 Millionen ausländischen Ankünften für das Jahr gerechnet, doch die Realität sieht anders aus.

Strengere Visa-Regeln und Polizeikontrollen

Die Polizei hat nicht nur verstärkte Kontrollen in touristischen Gebieten angekündigt, sondern plant auch, die Anzahl der Länder, die für ein Visum bei Ankunft in Frage kommen, von 93 auf 58 zu reduzieren. Die Dauer des Visums soll auf 30 Tage verkürzt werden. Das ist ein klarer Hinweis darauf, dass Thailand auf qualitativ hochwertige Touristen abzielt und bereit ist, weniger Besucher zu akzeptieren. Das ist tatsächlich eine interessante Wende, wenn man bedenkt, dass die ersten Backpacker und Hippies in den 70ern das Land entdeckten und es heute mehr denn je um das Image als sicheres Reiseland geht.

Das Immigration Bureau hat darüber hinaus eine landesweite Kontrolle von Ausländern eingeführt, die wiederholt mit visafreien Einreisen in das Land kommen. Diese Maßnahmen sollen illegalen Aktivitäten wie Cyberkriminalität und Menschenhandel, die sich als Tourismus tarnen, einen Riegel vorschieben. Die Zahlen sprechen für sich: Rund 2.900 Ausländer wurden seit Beginn des Jahres 2025 die Einreise verweigert. Und das sind nur die, die erwischt wurden!

Die wirtschaftliche Bedeutung des Tourismus

Der Tourismus hat eine enorme wirtschaftliche Bedeutung für Thailand, das wissen wir alle. 1995 betrugen die Einnahmen gerade mal 5,89 Milliarden Euro, was 4,7 % des BIP ausmachte. Der Boom kam erst richtig mit den 13,4 Millionen Touristen im Jahr 2019, als die Einnahmen auf 53,43 Milliarden Euro sprangen – das waren satte 11 % des BIP! Doch die Corona-Pandemie hat einen massiven Rückgang gebracht. 2020 fiel die Zahl auf 11,73 Milliarden Euro und der Wiederaufbau dauert. Bis 2024 wird mit Einnahmen von 39,44 Milliarden Euro gerechnet, aber das ist immer noch 26,18 % unter dem Niveau von 2019.

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Thailand hat eine lange Geschichte als touristisches Ziel, von den ersten hippiehaften Entdeckern bis hin zu den glamourösen Hotelanlagen heute. Auch wenn die Natur sich während der Pandemie etwas erholen konnte, bleibt die Herausforderung, die Umweltprobleme in den Griff zu bekommen, bestehen. Abfall, verschmutzte Wälder und die Zerstörung von Korallenriffen sind nur einige der Schattenseiten des Massentourismus.

Mit den neuen Maßnahmen, die die Regierung umsetzt, hofft man nicht nur, die Sicherheit zu erhöhen, sondern auch das Vertrauen in Thailand als sicheres Reiseziel wiederherzustellen. Die Einheimischen wünschen sich schließlich, dass die Besucher nicht nur kommen, um zu feiern, sondern auch um die Schönheit und Kultur des Landes zu genießen. Das ist es, was Thailand so besonders macht – und das sollte auch so bleiben.