In Thailand tut sich einiges im Bereich des Kraftstofftransports. Ein spannendes Projekt ist der Transport von Kraftstoff über eine Pipeline in den Norden des Landes. Diese Initiative umfasst gleich mehrere Phasen. Die erste Phase erstreckt sich über 367 Kilometer von Bang Pa-in nach Phichit. Darauf folgt Phase zwei, die eine Strecke von 209 Kilometern von Kamphaeng Phet nach Lampang abdeckt. Und das ist noch nicht alles! Ein Erweiterungsprojekt von Ang Thong nach Saraburi wird bis Ende 2026 abgeschlossen sein, mit dem Ziel, den kommerziellen Betrieb Anfang 2027 aufzunehmen. Die Erwartungen sind hoch: Man rechnet mit einer Erhöhung des Kraftstofftransportvolumens um beeindruckende 1,2 Milliarden Liter pro Jahr.

Aktuell hat die BPT (Bangkok Pipeline and Transport) bereits etwa 144.000 Tonnen CO2-Zertifikate aus dem Nordpipeline-Projekt gesammelt. Das Projekt hat nicht nur wirtschaftliche Vorteile, sondern auch Umweltvorteile: Der Wechsel vom Lkw-Transport zu Pipelines reduziert die Treibhausgasemissionen erheblich. Laut BPT spart das Pipeline-System mehr als die Hälfte der Energie im Vergleich zu Diesel-Lkw und mindert gleichzeitig Verdunstungsverluste, die beim Transport mit Lkw mindestens 1% betragen. Das senkt nicht nur die Depotmanagementkosten, sondern hilft auch, Verkehrsstaus und Unfallrisiken zu verringern. Die CO2-Zertifikate werden nach international anerkannten Standards (VCS von Verra) gesammelt, was für die internationale Kundschaft wichtig ist.

Nachhaltigkeit und internationale Standards

Ein besonders interessanter Aspekt des Projekts ist, dass es als erstes weltweit mit CO2-Zertifizierung für den Wechsel des Transportmodus in der Luftfahrt gilt. In dieser Hinsicht ist Thailand Vorreiter. Das Nordpipeline-Projekt wird als „Pipeline der Nachhaltigkeit“ bezeichnet und soll nicht nur zur globalen Umweltverantwortung beitragen, sondern auch die thailändische Wirtschaft stärken. Der Trend zur CO2-Kompensation gewinnt an Bedeutung, insbesondere mit dem CORSIA-Programm, das ab 2027 von den Airlines verpflichtend umgesetzt wird.

CORSIA, das für „Carbon Offsetting and Reduction Scheme for International Aviation“ steht, erfordert von Fluggesellschaften, Emissionsgutschriften zu kaufen und zu stornieren, um CO2-Emissionen über einen festgelegten Basiswert hinaus auszugleichen. Die Staaten müssen sicherstellen, dass genügend Emissionsgutschriften zur Verfügung stehen, die den Kriterien der Internationalen Zivilluftfahrtorganisation (ICAO) entsprechen. Das klingt alles sehr kompliziert, aber es ist notwendig, um die wachsenden CO2-Emissionen der Luftfahrt zu kontrollieren.

Mit 130 teilnehmenden Staaten, darunter 126 ursprüngliche Teilnehmer und vier, die später beigetreten sind, zeigt CORSIA, wie ernst es der internationalen Gemeinschaft mit der Reduktion von Emissionen ist. Ab 2026 sind auch die ersten Länder dabei, Emissionsgutschriften bereitzustellen. Die Luftfahrtindustrie hat sich das Ziel gesetzt, bis 2050 netto null CO2-Emissionen zu erreichen, was sowohl interne als auch externe Maßnahmen erfordert.

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Die Rolle der CO2-Zertifikate

Die CO2-Zertifikate spielen eine zentrale Rolle in diesem System. Airlines müssen Emissionsgutschriften, die tatsächliche Emissionsminderungen nachweisen, erwerben. Prognosen deuten darauf hin, dass bis 2035 durch den Erwerb dieser Zertifikate etwa 2,5 Milliarden Tonnen CO2 eingespart werden könnten. Das entspricht einer durchschnittlichen Reduktion von 164 Millionen Tonnen pro Jahr. CORSIA ist ein wichtiger Baustein in der Klimaschutzstrategie der Luftfahrt, aber es bleibt abzuwarten, wie effektiv die Umsetzung tatsächlich sein wird.

Das Nordpipeline-Projekt in Thailand und die CORSIA-Initiative zeigen, dass der Weg zur nachhaltigen Entwicklung sowohl Herausforderungen als auch Chancen mit sich bringt. Diese Entwicklungen könnten nicht nur die Umwelt schonen, sondern auch die Wirtschaft ankurbeln. Hier in Thailand sind wir Zeugen eines Wandels, der möglicherweise nicht nur lokal, sondern auch global Wirkung zeigt.